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EverQues: Das Meer der Tränen


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Rezension von

Frank Drehmel

Das Meer der Tränen Seit vielen Jahrhunderten durchstreift der Elf Aataltaal die Länder Norraths auf der Suche nach Vergeltung für die Vernichtung der Stadt Takish-Hiz. Es sind die Götter selbst, denen er den Kampf angesagt hat, und insbesondere mit dem Gott des Hasses, Innoruuk, dem Hauptverantwortlichen für die Zerstörung, verbindet ihn eine Todfeindschaft. Als meisterhafter Gestaltwandler taucht der Elf in vielerlei Masken und Verkleidungen über die Zeitalter hinweg bei den Völkern Norraths auf, versucht in ihnen den Samen der Rebellion gegen die überirdischen Mächte zum Keimen zu bringen, auf dass sie die Verhassten irgendwann von ihren Thronen stürzen. Nun scheint sich ein Teil seiner Pläne zu verwirklichen: Imperator Katta steht kurz davor, das Vereinigte Königreich -einen Bund des Friedens- aus der Taufe zu heben. Von den zivilisierten Völkern Norraths müssen nur noch die Dunkelelfen der Allianz, der schon Menschen, Zwerge, Elfen und Gnome angehören, beitreten. Doch die Ratsversammlung, in der das Aufnahmeritual vollzogen werden soll und an der Aaltaltaal in der Maske eines Gouverneurs der Elfen teilnimmt, endet in einer Katastrophe. Den Anhängern Innoruuks gelingt es, die Zeremonie zu sabotieren und den Imperator fast zu vernichten. Im allerletzten Moment bringen seine Getreuen den vom Tode Gezeichneten in Sicherheit. Um die Saboteure abzulenken, schlüpft Aaltaltaal in die Maske Kattas und flieht mit einer kleinen Flottille von fünf Schiffen hinaus auf das Meer der Tränen, verfolgt von den Rädelsführern des Aufstandes, zu denen auch eine uralte, mächtige Feindin gehört. Nicht nur für den Elfen, auch für vier menschliche Freunde -Delailith, der Kriegerin, den Barden Cadmus, den Schurken Troy und Nestor, den Magier-, die es mehr zufällig an Bord der flüchtenden königlichen Schiffe verschlagen hat, beginnt ein Kampf auf Leben und Tod. In RolePlayingGame-Kreisen hat sich Stewart Wieck vor allem als Autor von Romanen und Kurzgeschichten zu White Wolfs „World of Darkness“ und als Herausgeber einiger Anthologien zu diesem Hintergrund einen Namen gemacht. Für Everquest verfasste er bisher das Players Handbook, zwei Quellenbände -„Faydark“ (den Feendunkelwald) und „Solusek’s Eye“ (die unterirdische Welt der Lavastorm Mountains)-, sowie den vorliegen Roman. Und in der Tat merkt man dem „Meer der Tränen“ an, dass es sich bei dem Autor um einen profunden Kenner des Hintergrundes handelt. Die im Großen und Ganzen stimmig in die Geschichte eingebundene Informationen zu den unterschiedlichsten Rassen (von den Zwergen über die Elfen, Goblins und Orks bis hin zu den Kedge), zum Pantheon und der Historie Norraths befriedigen nicht nur Bedürfnisse der Everquest-Spieler-Gemeinde, sondern nehmen auch die Nur-Leser mit auf eine Reise in die fantastische Welt. Dass es dabei manchmal auch vergnüglich zugeht, ist ein weiterer Pluspunkt dieses Romanes. Wenn sich Delailith darüber aufregt, dass sich ihre Mitstreiter während eines Feldzuges gegen Orks an dem Anblick winziger, nackter Feen aufgeilen, dann ist das ebenso komisch, wie die sonstigen spritzigen Dialoge bzw. Kabbeleien zwischen den vier Freunden. Damit bilden die vier Menschen gleichsam einen lockeren, unbefangenen Gegenpol zu dem düsteren Hauptcharakter, Aaltaltaal. Der Elf seinerseits wird von Wieck insofern recht differenziert gezeichnet, als er, hin und her gerissen zwischen dem Anspruch, das Böse bekämpfen zu wollen, und einer „Der Zweck heiligt die Mittel“-Handlungsmaxime, durchaus seine Taten (Intrigen und Manipulationen) reflektiert, sie z.T. in Frage stellt und gerade gegenüber den kurzlebigen Menschen eine zunehmend wohlwollende Haltung einnimmt. Positiv schlägt weiterhin zu Buche, dass Aaltaltaal nie den Nimbus eines comichaften Superhelden hat, auch wenn er als Meistermagier und Norraths größter Schwertmeister eingeführt und schließlich als unbesiegbar bzw. untötbar geoutet wird. Diese Rezension wäre jedoch nicht vollständig, würde man die beiden Schwächen des Romans verschweigen. Zum einen stellt der generelle Background von Everquest letztendlich nur Fantasy-Durchschnitteskost dar und bedient sich der im Genre gängigsten Klischees und Stereotypen sowohl in Hinblick auf die Rassen, als auch die Charakterklassen und das Mana-basierte Magie-System. Der kundige Leser wird daher kaum Neues entdecken oder ein Aha-Erlebnis erfahren. Zum anderen -und hier zeichnet primär der Autor verantwortlich- weist „Das Meer der Tränen“ einige Mängel hinsichtlich der Dramaturgie, dem Erzähltempo und der Verknüpfung von Handlungsbögen auf. Schreitet die Geschichte anfangs mit wechselnden Handlungsorten und Charakteren schnell unn mitreißend voran, so zieht sie sich im Mittelteil, welcher im wesentlichen die Verfolgungsjagd und den Kampf der beiden Flottillen -einschließlich einiger trivialer Exkurse in ein unausgegorenes, unerklärbares Magiesystem- abhandelt, äußerst zäh dahin. Erst kurz vor Schluss steigert Wieck wieder das Tempo, wobei er es jedoch versäumt, den zentralen Handlungsstrang um Imperator Katta und das Vereinigte Königreich zu einem befriedigenden -oder überhaupt einem- Abschluss zu bringen. Auch hinsichtlich einiger kleinerer Nebenstränge muss sich der Leser mit offenen Enden und unbeantworteten Fragen zufrieden geben. Fazit: Ein locker geschriebener Roman, der als stimmige Einführung in die Spielewelt „Norrath“ fesselnd beginnt, der sich dann aber in konventionellen, unoriginellen Details verliert, um erst ganz zum Schluss wieder die anfänglichen Höhen zu erreichen. Dennoch: für Everquest-Spieler ein Muss; und für alle Anderen ein informativer Einstieg in diesen Hintergrund.

Seit vielen Jahrhunderten durchstreift der Elf Aataltaal die Länder Norraths auf der Suche nach Vergeltung für die Vernichtung der Stadt Takish-Hiz. Es sind die Götter selbst, denen er den Kampf angesagt hat, und insbesondere mit dem Gott des Hasses, Innoruuk, dem Hauptverantwortlichen für die Zerstörung, verbindet ihn eine Todfeindschaft.

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18.02.2018
4
18.02.2018
5
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Nun scheint sich ein Teil seiner Pläne zu verwirklichen: Imperator Katta steht kurz davor, das Vereinigte Königreich -einen Bund des Friedens- aus der Taufe zu heben. Von den zivilisierten Völkern Norraths müssen nur noch die Dunkelelfen der Allianz, der schon Menschen, Zwerge, Elfen und Gnome angehören, beitreten.

Doch die Ratsversammlung, in der das Aufnahmeritual vollzogen werden soll und an der Aaltaltaal in der Maske eines Gouverneurs der Elfen teilnimmt, endet in einer Katastrophe. Den Anhängern Innoruuks gelingt es, die Zeremonie zu sabotieren und den Imperator fast zu vernichten. Im allerletzten Moment bringen seine Getreuen den vom Tode Gezeichneten in Sicherheit.

Um die Saboteure abzulenken, schlüpft Aaltaltaal in die Maske Kattas und flieht mit einer kleinen Flottille von fünf Schiffen hinaus auf das Meer der Tränen, verfolgt von den Rädelsführern des Aufstandes, zu denen auch eine uralte, mächtige Feindin gehört. Nicht nur für den Elfen, auch für vier menschliche Freunde -Delailith, der Kriegerin, den Barden Cadmus, den Schurken Troy und Nestor, den Magier-, die es mehr zufällig an Bord der flüchtenden königlichen Schiffe verschlagen hat, beginnt ein Kampf auf Leben und Tod.

In RolePlayingGame-Kreisen hat sich Stewart Wieck vor allem als Autor von Romanen und Kurzgeschichten zu White Wolfs „World of Darkness“ und als Herausgeber einiger Anthologien zu diesem Hintergrund einen Namen gemacht. Für Everquest verfasste er bisher das Players Handbook, zwei Quellenbände -„Faydark“ (den Feendunkelwald) und „Solusek’s Eye“ (die unterirdische Welt der Lavastorm Mountains)-, sowie den vorliegen Roman.

Und in der Tat merkt man dem „Meer der Tränen“ an, dass es sich bei dem Autor um einen profunden Kenner des Hintergrundes handelt. Die im Großen und Ganzen stimmig in die Geschichte eingebundene Informationen zu den unterschiedlichsten Rassen (von den Zwergen über die Elfen, Goblins und Orks bis hin zu den Kedge), zum Pantheon und der Historie Norraths befriedigen nicht nur Bedürfnisse der Everquest-Spieler-Gemeinde, sondern nehmen auch die Nur-Leser mit auf eine Reise in die fantastische Welt.

Dass es dabei manchmal auch vergnüglich zugeht, ist ein weiterer Pluspunkt dieses Romanes. Wenn sich Delailith darüber aufregt, dass sich ihre Mitstreiter während eines Feldzuges gegen Orks an dem Anblick winziger, nackter Feen aufgeilen, dann ist das ebenso komisch, wie die sonstigen spritzigen Dialoge bzw. Kabbeleien zwischen den vier Freunden.

Damit bilden die vier Menschen gleichsam einen lockeren, unbefangenen Gegenpol zu dem düsteren Hauptcharakter, Aaltaltaal. Der Elf seinerseits wird von Wieck insofern recht differenziert gezeichnet, als er, hin und her gerissen zwischen dem Anspruch, das Böse bekämpfen zu wollen, und einer „Der Zweck heiligt die Mittel“-Handlungsmaxime, durchaus seine Taten (Intrigen und Manipulationen) reflektiert, sie z.T. in Frage stellt und gerade gegenüber den kurzlebigen Menschen eine zunehmend wohlwollende Haltung einnimmt.

Positiv schlägt weiterhin zu Buche, dass Aaltaltaal nie den Nimbus eines comichaften Superhelden hat, auch wenn er als Meistermagier und Norraths größter Schwertmeister eingeführt und schließlich als unbesiegbar bzw. untötbar geoutet wird.

Diese Rezension wäre jedoch nicht vollständig, würde man die beiden Schwächen des Romans verschweigen.

Zum einen stellt der generelle Background von Everquest letztendlich nur Fantasy-Durchschnitteskost dar und bedient sich der im Genre gängigsten Klischees und Stereotypen sowohl in Hinblick auf die Rassen, als auch die Charakterklassen und das Mana-basierte Magie-System. Der kundige Leser wird daher kaum Neues entdecken oder ein Aha-Erlebnis erfahren.

Zum anderen -und hier zeichnet primär der Autor verantwortlich- weist „Das Meer der Tränen“ einige Mängel hinsichtlich der Dramaturgie, dem Erzähltempo und der Verknüpfung von Handlungsbögen auf. Schreitet die Geschichte anfangs mit wechselnden Handlungsorten und Charakteren schnell unn mitreißend voran, so zieht sie sich im Mittelteil, welcher im wesentlichen die Verfolgungsjagd und den Kampf der beiden Flottillen -einschließlich einiger trivialer Exkurse in ein unausgegorenes, unerklärbares Magiesystem- abhandelt, äußerst zäh dahin. Erst kurz vor Schluss steigert Wieck wieder das Tempo, wobei er es jedoch versäumt, den zentralen Handlungsstrang um Imperator Katta und das Vereinigte Königreich zu einem befriedigenden -oder überhaupt einem- Abschluss zu bringen. Auch hinsichtlich einiger kleinerer Nebenstränge muss sich der Leser mit offenen Enden und unbeantworteten Fragen zufrieden geben.

Fazit: Ein locker geschriebener Roman, der als stimmige Einführung in die Spielewelt „Norrath“ fesselnd beginnt, der sich dann aber in konventionellen, unoriginellen Details verliert, um erst ganz zum Schluss wieder die anfänglichen Höhen zu erreichen. Dennoch: für Everquest-Spieler ein Muss; und für alle Anderen ein informativer Einstieg in diesen Hintergrund.

geschrieben am 09.03.2006 | 793 Wörter | 4817 Zeichen

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