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Das Einhorn: Der letzte Tempel des Asklepios


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  • 8683 Aufrufe

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Rezension von

Frank Drehmel

Der letzte Tempel des Asklepios Wir schreiben Mitte des 16. Jahrhunderts; der Ort der Handlung: das Europa des Jahres 1565. Die Gesellschaft der Renaissance ist geprägt vom aufkommenden Humanismus, erste verhaltene Vorzeichen der späteren Aufklärung fassen im städtischen Milieu Raum. Während Ambrosius Paré, Chirurg des Königs, in Paris zu einem Mord gerufen wird, dessen merkwürdige Umstände er zwar gleich erkennt, damit aber einmal mehr in eine unfruchtbare Debatte mit den dogmatischen Anhängern der tradierten Medizin gerät, erhält in einer anderen Stadt ein weiterer Mediziner eine Tapisserie, ein großformatiges, gewebtes Bild. Einige Tage später - wiederum in Paris - stürzt während einer Operation ein alter Bekannter Parés, der totgeglaubte Sylvius, in dessen Räume, um kurz darauf seine Innereien über den Boden zu ergießen, jedoch nicht, ohne auf den in seinen Gedärmen verborgenen Schlüssel hinzuweisen und Paré ein Treffen mit den Asklepiaden - Geheimbündlern, die uraltem medizinischem Wissen anhängen und gleichermaßen Feinde der Kirche wie der aufkommenden modernen Anatomie sind - nahezulegen. Im verborgenen Laboratorium Sylvius’ findet Paré sowohl eine große Anzahl sezierter Leichen, als auch die geheimnisvolle Tapisserie, wird aber noch vor Ort von jenen Schergen überfallen, die sich für den Tod seines alten Freundes verantwortlich zeigen. Kaum, dass er sich ihrer entledigt hat, taucht ein seltsames, dämonisches Wesen auf und fordert in bestimmendem jedoch höflichem Ton die Tapisserie für sich ein. Da sich der Chirurg diesem Wesen nicht gewachsen sieht, händigt er das Bild aus, ohne den Sinn der Vorkommnisse auch nur im Ansatz durchschaut zu haben und ohne zu ahnen, dass er in ein Intrigenspiel dunkler Kräfte geraten ist, in ein Spiel, in dem es um das Geheimnis des menschlichen Körpers geht. Der Abwechslung halber soll diesmal das Augenmerk zunächst auf die grafische Gestaltung gelenkt werden. Jeans Artwork ist - zurückhaltend ausgedrückt - grandios. Sein leicht eckiger Duktus und der Ansatz, insbesondere die oft asymmetrisch wirkenden, realistischen Mimiken behutsam in Richtung Karikatur zu überzeichnen, sowie das ausdrucksstarke Posing verleihen in Verbindung mit originellen Perspektiven den Panels eine beeindruckende Dynamik und Lebendigkeit. Die gedeckten, trüben Farben der malerischen Kolorierung fangen die Atmosphäre der Handlungsorte zu Zeiten der Renaissance so überwältigend intensiv ein, dass sich dieses Comic selbst hinter opulent ausgestatteten Historien-Filmen nicht zu verstecken braucht. Nicht minder faszinierend ist Gabellas Story, die als historischer Mystery-Thriller den Leser von der ersten Seite an in den Bann schlägt. Unterschiedliche Handlungsorte, eine Vielzahl hochinteressanter Charaktere, spannende Handlungsbögen sowie zahlreiche Fakten lassen dem Leser kaum Zeit zum Verschnaufen und vermitteln ob ihrer Dichte und Intensität das Gefühl, man habe 100 Seiten anstatt der 48 genossen. Die Ausstattung des großformatigen Hardcover-Bandes entspricht dem gewohnt gehobenen Splitter-Verlag-Anspruch, wobei ein zweiseitiger redaktioneller Teil den Lesegenuss mit historischen Hintergrundinformationen versüßt. Fazit: Eine intensive, mystische und atmosphärisch dichte Story mit fantastischem Artwork machen “Der letzte Tempel des Asklepios” zu einem wahren Genre-Highlight. Unbedingt empfehlenswert!

Wir schreiben Mitte des 16. Jahrhunderts; der Ort der Handlung: das Europa des Jahres 1565. Die Gesellschaft der Renaissance ist geprägt vom aufkommenden Humanismus, erste verhaltene Vorzeichen der späteren Aufklärung fassen im städtischen Milieu Raum.

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Buchtitel
1
18.02.2018
4
18.02.2018
5
18.02.2018

Während Ambrosius Paré, Chirurg des Königs, in Paris zu einem Mord gerufen wird, dessen merkwürdige Umstände er zwar gleich erkennt, damit aber einmal mehr in eine unfruchtbare Debatte mit den dogmatischen Anhängern der tradierten Medizin gerät, erhält in einer anderen Stadt ein weiterer Mediziner eine Tapisserie, ein großformatiges, gewebtes Bild.

Einige Tage später - wiederum in Paris - stürzt während einer Operation ein alter Bekannter Parés, der totgeglaubte Sylvius, in dessen Räume, um kurz darauf seine Innereien über den Boden zu ergießen, jedoch nicht, ohne auf den in seinen Gedärmen verborgenen Schlüssel hinzuweisen und Paré ein Treffen mit den Asklepiaden - Geheimbündlern, die uraltem medizinischem Wissen anhängen und gleichermaßen Feinde der Kirche wie der aufkommenden modernen Anatomie sind - nahezulegen.

Im verborgenen Laboratorium Sylvius’ findet Paré sowohl eine große Anzahl sezierter Leichen, als auch die geheimnisvolle Tapisserie, wird aber noch vor Ort von jenen Schergen überfallen, die sich für den Tod seines alten Freundes verantwortlich zeigen. Kaum, dass er sich ihrer entledigt hat, taucht ein seltsames, dämonisches Wesen auf und fordert in bestimmendem jedoch höflichem Ton die Tapisserie für sich ein. Da sich der Chirurg diesem Wesen nicht gewachsen sieht, händigt er das Bild aus, ohne den Sinn der Vorkommnisse auch nur im Ansatz durchschaut zu haben und ohne zu ahnen, dass er in ein Intrigenspiel dunkler Kräfte geraten ist, in ein Spiel, in dem es um das Geheimnis des menschlichen Körpers geht.

Der Abwechslung halber soll diesmal das Augenmerk zunächst auf die grafische Gestaltung gelenkt werden.

Jeans Artwork ist - zurückhaltend ausgedrückt - grandios. Sein leicht eckiger Duktus und der Ansatz, insbesondere die oft asymmetrisch wirkenden, realistischen Mimiken behutsam in Richtung Karikatur zu überzeichnen, sowie das ausdrucksstarke Posing verleihen in Verbindung mit originellen Perspektiven den Panels eine beeindruckende Dynamik und Lebendigkeit.

Die gedeckten, trüben Farben der malerischen Kolorierung fangen die Atmosphäre der Handlungsorte zu Zeiten der Renaissance so überwältigend intensiv ein, dass sich dieses Comic selbst hinter opulent ausgestatteten Historien-Filmen nicht zu verstecken braucht.

Nicht minder faszinierend ist Gabellas Story, die als historischer Mystery-Thriller den Leser von der ersten Seite an in den Bann schlägt. Unterschiedliche Handlungsorte, eine Vielzahl hochinteressanter Charaktere, spannende Handlungsbögen sowie zahlreiche Fakten lassen dem Leser kaum Zeit zum Verschnaufen und vermitteln ob ihrer Dichte und Intensität das Gefühl, man habe 100 Seiten anstatt der 48 genossen.

Die Ausstattung des großformatigen Hardcover-Bandes entspricht dem gewohnt gehobenen Splitter-Verlag-Anspruch, wobei ein zweiseitiger redaktioneller Teil den Lesegenuss mit historischen Hintergrundinformationen versüßt.

Fazit: Eine intensive, mystische und atmosphärisch dichte Story mit fantastischem Artwork machen “Der letzte Tempel des Asklepios” zu einem wahren Genre-Highlight. Unbedingt empfehlenswert!

geschrieben am 01.10.2008 | 454 Wörter | 2880 Zeichen

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