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Das Einhorn: Ad naturam


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Rezension von

Frank Drehmel

Ad naturam Nach wie vor befinden wir uns im erwachenden Europa Mitte des 16. Jahrhunderts. Nicht nur, dass Paré, Nostradamus und Vasalius das Attentat überleben, welches im Auftrag des Bischofs von Rom auf die Ärzte während ihrer Reise über die Alpen verübt werden sollte, auch ein weiterer Streiter, Paracelsus, schließt sich der Gruppe an. Zwar verdammte dieser Arzt früher die Ziele der Asklepiaden, aber als Hüter der Wissenschaft und der Medizin sind sie die Einzigen, die das Rätsel um die seltsamen Veränderungen, denen die menschliche Anatomie in den letzten Hundert Jahren unterworfen war, entschlüsseln können. Die Lösung des Rätsels liegt verborgen in den sechs Tapisserien, welche sechs Koryphäen der unterschiedlichen medizinischen Richtungen von einem Unbekannten zugesandt wurden. Zwei dieser Webbilder befinden sich zwar mittlerweile im Besitz der Kirche, die übrigen vier jedoch führen die Hüter des Wissens und die sie unterstützenden Primordialen - das sind mythologische Wesen, die schon vor der Sintflut über die Erde wandelten und die ihre Gestalt verändern können - in ein groteskes Laboratorium unter der Kirche “Santa Maria delle Grazie”, in welchem der Schöpfer der Bilder augenscheinlich sehr speziellen Forschungen nachging. Doch die Schergen des Bischofs sind den Ärzten dicht auf den Fersen. Bevor es in den unterirdischen Gewölben zum Kampf auf Leben und Tod kommt, enthüllt der Gesandte des Gottesmannes den perfiden Plan, der allen Veränderungen der menschlichen Anatomie zu Grunde liegt: es geht um die Macht! Die Macht der Kirche, die Spreu der Ungläubigen vom Weizen der Gläubigen zu trennen! Der zweite Band knüpft unmittelbar an die mystische, mysteriöse Geschichte des “Letzten Tempels des Asklepios” an, führt neue (historische) Figuren ein, bringt einerseits etwas Licht in das Dunkel der Verschwörung, wirft aber anderseits neue Fragen auf und endet mit einem Cliffhanger, der das Warten auf den dritten Teil zu einer Qual macht. Wie schon im ersten Band setzt das Artwork Anthony Jeans Maßstäbe. Ausdrucksstarke, lebendige Gesichter und Figuren, dynamische inszenierte Details sowie die stimmungsvolle Koloration verleihen dem Comic eine visuelle Intensität, die ihres Gleichen sucht. (Auf der Homepage des Splitter-Verlags ist für dieses Comic zwar eine Leseprobe online gestellt, allerdings werden die dortigen Abbildungen in Bezug auf Farbbrillanz und Kontrast dem Druckerzeugnis nur ansatzweise gerecht.) In “Ad Naturam” kann der Leser das seltenen Ereignis einer perfekten Synergie zwischen Autor und Grafiker bestaunen. In ihrer Zusammenarbeit gelingt es Gabella und Jean eine hochdramatische, komplexe, wissenschaftshistorisch ausgerichtete Geschichte zu erzählen und dabei eine realistisch-magische Welt einschließlich ihrer Brutalität, des Schmutzes aber auch der magischen Momente zu entwerfen, die einen von der ersten Seite an in ihren Bann schlägt und bis zur letzten Seite nicht wieder loslässt. Redaktionell hat dieser Hardcover-Band ebenfalls Erfreuliches zu bieten. Nicht nur, dass erneut zentrale Namen und Begriffe in ihren historischen Kontext gestellt werden, sondern auch ein “Making of ...” dieses herausragenden Comics bietet dem Interessierten illustrierte Einblicke in den künstlerischen Schaffensprozess. Fazit: Die komplexe, originelle und faszinierend dichte Story sowie das geradezu göttliche Artwork - wenn die Superlative ausgehen, muss Gott herhalten - machen “Ad Naturam” für mich zum mit Abstand besten Comic des Jahres 2008.

Nach wie vor befinden wir uns im erwachenden Europa Mitte des 16. Jahrhunderts. Nicht nur, dass Paré, Nostradamus und Vasalius das Attentat überleben, welches im Auftrag des Bischofs von Rom auf die Ärzte während ihrer Reise über die Alpen verübt werden sollte, auch ein weiterer Streiter, Paracelsus, schließt sich der Gruppe an. Zwar verdammte dieser Arzt früher die Ziele der Asklepiaden, aber als Hüter der Wissenschaft und der Medizin sind sie die Einzigen, die das Rätsel um die seltsamen Veränderungen, denen die menschliche Anatomie in den letzten Hundert Jahren unterworfen war, entschlüsseln können.

weitere Rezensionen von Frank Drehmel

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rezensiert seit
Buchtitel
1
18.02.2018
4
18.02.2018
5
18.02.2018

Die Lösung des Rätsels liegt verborgen in den sechs Tapisserien, welche sechs Koryphäen der unterschiedlichen medizinischen Richtungen von einem Unbekannten zugesandt wurden.

Zwei dieser Webbilder befinden sich zwar mittlerweile im Besitz der Kirche, die übrigen vier jedoch führen die Hüter des Wissens und die sie unterstützenden Primordialen - das sind mythologische Wesen, die schon vor der Sintflut über die Erde wandelten und die ihre Gestalt verändern können - in ein groteskes Laboratorium unter der Kirche “Santa Maria delle Grazie”, in welchem der Schöpfer der Bilder augenscheinlich sehr speziellen Forschungen nachging.

Doch die Schergen des Bischofs sind den Ärzten dicht auf den Fersen. Bevor es in den unterirdischen Gewölben zum Kampf auf Leben und Tod kommt, enthüllt der Gesandte des Gottesmannes den perfiden Plan, der allen Veränderungen der menschlichen Anatomie zu Grunde liegt: es geht um die Macht! Die Macht der Kirche, die Spreu der Ungläubigen vom Weizen der Gläubigen zu trennen!

Der zweite Band knüpft unmittelbar an die mystische, mysteriöse Geschichte des “Letzten Tempels des Asklepios” an, führt neue (historische) Figuren ein, bringt einerseits etwas Licht in das Dunkel der Verschwörung, wirft aber anderseits neue Fragen auf und endet mit einem Cliffhanger, der das Warten auf den dritten Teil zu einer Qual macht.

Wie schon im ersten Band setzt das Artwork Anthony Jeans Maßstäbe. Ausdrucksstarke, lebendige Gesichter und Figuren, dynamische inszenierte Details sowie die stimmungsvolle Koloration verleihen dem Comic eine visuelle Intensität, die ihres Gleichen sucht.

(Auf der Homepage des Splitter-Verlags ist für dieses Comic zwar eine Leseprobe online gestellt, allerdings werden die dortigen Abbildungen in Bezug auf Farbbrillanz und Kontrast dem Druckerzeugnis nur ansatzweise gerecht.)

In “Ad Naturam” kann der Leser das seltenen Ereignis einer perfekten Synergie zwischen Autor und Grafiker bestaunen. In ihrer Zusammenarbeit gelingt es Gabella und Jean eine hochdramatische, komplexe, wissenschaftshistorisch ausgerichtete Geschichte zu erzählen und dabei eine realistisch-magische Welt einschließlich ihrer Brutalität, des Schmutzes aber auch der magischen Momente zu entwerfen, die einen von der ersten Seite an in ihren Bann schlägt und bis zur letzten Seite nicht wieder loslässt.

Redaktionell hat dieser Hardcover-Band ebenfalls Erfreuliches zu bieten. Nicht nur, dass erneut zentrale Namen und Begriffe in ihren historischen Kontext gestellt werden, sondern auch ein “Making of ...” dieses herausragenden Comics bietet dem Interessierten illustrierte Einblicke in den künstlerischen Schaffensprozess.

Fazit: Die komplexe, originelle und faszinierend dichte Story sowie das geradezu göttliche Artwork - wenn die Superlative ausgehen, muss Gott herhalten - machen “Ad Naturam” für mich zum mit Abstand besten Comic des Jahres 2008.

geschrieben am 09.11.2008 | 499 Wörter | 2990 Zeichen

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