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Die Druiden, Bd. 3: Die Lanze des Lug


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Rezension von

Frank Drehmel

Die Lanze des Lug Nachdem ihm der in dunkle Gewänder gehüllte, mutmaßliche Mörder der Mönche unerkannt entkommen konnte, kehrt Gwenc’hlan zurück in die Mauern der weißen Stadt. Hier trifft er im Gemach Bruder Thomas' auf Dahud, die Tochter des Königs von Ys; der Mönch selbst liegt ermordet am Boden. Der Hintergrund für dieses neue Verbrechen scheint in der Übersetzungsarbeit des toten Bruders zu liegen, der augenscheinlich versuchte, in verschlüsselten Ogham-Texten Hinweise auf das Versteck zweier mächtiger magischer Artefakte der keltischen Geschichte, der Lanze des Lug und des Kessels des Dagda, zu finden, die ihrem Besitzer die Macht verleihen könnten, im Kampf der Religionen - des Christentums mit dem alten Götterglauben - endgültig zu obsiegen. Während in Ys die Halbfee Dahud verzweifelt versucht, dem Gott der Christenheit keinen Tempel in ihrer Stadt zu gewähren und sie dabei vom ihrem Ehemann in spe, dem sinistren Gurvan, verraten wird, folgen Gwenc'hlan und sein Schüler Taran der Spur der Talismane, die sie zunächst in eine uralte Bibliothek der Druiden und dann in die Katakomben unter der weißen Stadt führt. Doch die Anhänger ihres geheimnisvollen Gegenspielers sind ihnen einen Schritt voraus. Während in den ersten beiden Bänden der Reihe Metaphysik und Mystik noch eher verhalten im Hintergrund mitschwangen, so greifen sie im dritten Band zunehmend Raum und geben der Geschichte einen deutlich phantastischeren Anstrich als es bisher der Fall war. Zwei von vier zentralen Artefakten des keltischen „Tuatha De Danann“-Mythos - die Lanze des Lug und der Kessel des Dagda - werden zu manifesten, realen Gegenständen, die das Schicksal nicht nur der an sie Glaubenden zu beeinflussen vermögen, sondern in der Welt Gwenc’hlans eine ganz reale, physische Macht besitzen. Ein weiterer deutlicher Hinweis für die Abkehr vom zwar fiktiven, aber dennoch realismusnahen Hintergrund ist die monumental konzipierte Architektonik der Bibliothek der Druiden sowie – mehr noch - der unermesslichen Kavernen unter der Stadt Ys, welche die Grenzen der bautechnischen Möglichkeiten des Menschen tangiert, wenn nicht sogar übersteigt, auf jeden Fall aber eine unverhohlene Unnatürlichkeit ausstrahlt. Mit der Abwendung von historischer Plausibilität hin zum magischen Realismus entfernt sich Istins und Jigourels Story weiter von jenen Motiven, in denen man insbesondere im ersten Band eine fast schon plagiatorische Nähe zu Umberto Ecos „Der Name der Rose“ erkennen konnte, wenn man es denn wollte. Die Handlung selbst nimmt gegenüber den ersten beiden Bänden noch einmal Fahrt auf, die Geschichte zieht immer größere, epischere Kreise, ohne jedoch dabei kompliziert oder undurchschaubar zu werden. Das Gegenteil ist der Fall: mit Voranschreiten der spannend inszenierten Story hat der Leser das Gefühl, der Lösung des Rätsels oder wenigstens den Hintermännern der Morde an den Mönchen allmählich näher zu kommen. Wie gehabt bedienen sich die Autoren in ihrer Erzählung auch erläuternder, harmonisch in den Lesefluss eingebetteter Passagen, die durch Chamois unterlegte Narrative Boxes gekennzeichnet sind und in denen keltische Mythen sowie historische Fakten kurz angerissen werden. Noch vor der dynamischen, spannenden Story ist das naturalistische Artwork Lamontagnes die eigentliche Stärke des Comics. Nach wie vor überzeugt es durch seine Lebendigkeit, strahlt in zahlreichen Details eine historische Authentizität aus, die es dem Leser leicht macht, in eine fiktive Vergangenheit einzutauchen, und erfährt insbesondere in der Darstellung pittoresker Landschaften sowie stimmungsvoller Hintergründe seine Höhepunkte. Fazit: Sowohl grafisch als auch inhaltlich eine atmosphärisch dichte, fesselnde Fortsetzung der Serie.

Nachdem ihm der in dunkle Gewänder gehüllte, mutmaßliche Mörder der Mönche unerkannt entkommen konnte, kehrt Gwenc’hlan zurück in die Mauern der weißen Stadt. Hier trifft er im Gemach Bruder Thomas' auf Dahud, die Tochter des Königs von Ys; der Mönch selbst liegt ermordet am Boden.

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rezensiert seit
Buchtitel
1
18.02.2018
4
18.02.2018
5
18.02.2018

Der Hintergrund für dieses neue Verbrechen scheint in der Übersetzungsarbeit des toten Bruders zu liegen, der augenscheinlich versuchte, in verschlüsselten Ogham-Texten Hinweise auf das Versteck zweier mächtiger magischer Artefakte der keltischen Geschichte, der Lanze des Lug und des Kessels des Dagda, zu finden, die ihrem Besitzer die Macht verleihen könnten, im Kampf der Religionen - des Christentums mit dem alten Götterglauben - endgültig zu obsiegen.

Während in Ys die Halbfee Dahud verzweifelt versucht, dem Gott der Christenheit keinen Tempel in ihrer Stadt zu gewähren und sie dabei vom ihrem Ehemann in spe, dem sinistren Gurvan, verraten wird, folgen Gwenc'hlan und sein Schüler Taran der Spur der Talismane, die sie zunächst in eine uralte Bibliothek der Druiden und dann in die Katakomben unter der weißen Stadt führt. Doch die Anhänger ihres geheimnisvollen Gegenspielers sind ihnen einen Schritt voraus.

Während in den ersten beiden Bänden der Reihe Metaphysik und Mystik noch eher verhalten im Hintergrund mitschwangen, so greifen sie im dritten Band zunehmend Raum und geben der Geschichte einen deutlich phantastischeren Anstrich als es bisher der Fall war. Zwei von vier zentralen Artefakten des keltischen „Tuatha De Danann“-Mythos - die Lanze des Lug und der Kessel des Dagda - werden zu manifesten, realen Gegenständen, die das Schicksal nicht nur der an sie Glaubenden zu beeinflussen vermögen, sondern in der Welt Gwenc’hlans eine ganz reale, physische Macht besitzen.

Ein weiterer deutlicher Hinweis für die Abkehr vom zwar fiktiven, aber dennoch realismusnahen Hintergrund ist die monumental konzipierte Architektonik der Bibliothek der Druiden sowie – mehr noch - der unermesslichen Kavernen unter der Stadt Ys, welche die Grenzen der bautechnischen Möglichkeiten des Menschen tangiert, wenn nicht sogar übersteigt, auf jeden Fall aber eine unverhohlene Unnatürlichkeit ausstrahlt.

Mit der Abwendung von historischer Plausibilität hin zum magischen Realismus entfernt sich Istins und Jigourels Story weiter von jenen Motiven, in denen man insbesondere im ersten Band eine fast schon plagiatorische Nähe zu Umberto Ecos „Der Name der Rose“ erkennen konnte, wenn man es denn wollte.

Die Handlung selbst nimmt gegenüber den ersten beiden Bänden noch einmal Fahrt auf, die Geschichte zieht immer größere, epischere Kreise, ohne jedoch dabei kompliziert oder undurchschaubar zu werden. Das Gegenteil ist der Fall: mit Voranschreiten der spannend inszenierten Story hat der Leser das Gefühl, der Lösung des Rätsels oder wenigstens den Hintermännern der Morde an den Mönchen allmählich näher zu kommen.

Wie gehabt bedienen sich die Autoren in ihrer Erzählung auch erläuternder, harmonisch in den Lesefluss eingebetteter Passagen, die durch Chamois unterlegte Narrative Boxes gekennzeichnet sind und in denen keltische Mythen sowie historische Fakten kurz angerissen werden.

Noch vor der dynamischen, spannenden Story ist das naturalistische Artwork Lamontagnes die eigentliche Stärke des Comics. Nach wie vor überzeugt es durch seine Lebendigkeit, strahlt in zahlreichen Details eine historische Authentizität aus, die es dem Leser leicht macht, in eine fiktive Vergangenheit einzutauchen, und erfährt insbesondere in der Darstellung pittoresker Landschaften sowie stimmungsvoller Hintergründe seine Höhepunkte.

Fazit: Sowohl grafisch als auch inhaltlich eine atmosphärisch dichte, fesselnde Fortsetzung der Serie.

geschrieben am 17.03.2009 | 533 Wörter | 3182 Zeichen

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