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Lancelot, Bd. 1: Claudus vom wüsten Land


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Rezension von

Frank Drehmel

Claudus vom wüsten Land In Armorica, dem nordwestlichen Gallien, der heutige Bretagne, herrscht noch ein dunkles Zeitalter. Das Land König Bran von Benwicks leidet unter den Übergriffen des finsteren Claudas, sodass sich der alte Herrscher gezwungen sieht, den jungen Arthur um Hilfe zu bitten. Gemeinsam mit seiner Gattin, der Dame Helene, ihrem gemeinsamen Kind und einem Getreuen – Pharien – brechen sie gen Arthurs Hof auf, nicht ahnend, dass ihre Abreise von einem der düsteren Gefolgsleute Claudus’ beobachtet wurde. Unverzüglich schickt der Eroberer den Vieren daraufhin seine Häscher hinterher. Während Bran bei der Flucht ums Leben kommt, geraten Helene und Pharien in Gefangenschaft; das Kind allerdings konnte die Dame zuvor heimlich einer geheimnisvollen Gestalt, einem Wassergeist – Liamm –, anvertrauen und gibt gegenüber dem Feind vor, sie habe es ertränkt. Der Geist bringt das Baby an einen verborgenen Ort namens Brocélande, den einst der mächtige Merlin als Zuflucht für die Anhänger der alten Religion geschaffen haben soll. Hier wächst das Kind in der Obhut der Priesterin Viviane, die ihm den Namen Galaad verleiht, zu einem kampfgeschulten jungen Mädchen heran. Unterdessen verbannt Claudus Helene in ein Kloster, während sich Pharien in die Dienste des Herrschers stellt, wobei sein augenscheinlicher Verrat jedoch nur eine List darstellt, deren Ziel es ist, die Erbfolge in einem Königreich zu schützen, das Claudas ebenfalls okkupierte. Jean-Luc Istin gehört nicht nur zu den schreibfreudigsten franko-belgischen Szenaristen, sondern auch zu den Überraschungseiern unter der Autorenschaft. Sein Œuvreweist eine zu große qualitative Varianz auf, als dass man im Vorfeld auch nur erahnen kann, ob ein Album zu den Treffern oder zu den Nieten gehört. In Bezug auf "Lancelot" wird relativ schnell klar, dass man als Leser diesmal auf der Verliererseite steht. Nicht nur, dass gefühlte 50% aller europäischen Fantasy-Comics mittlerweile entweder den Artus-Sagenkreis oder den Tristan-Mythos als Hintergrund zu bemühen scheinen und sich damit das Thema – freundlich ausgedrückt – etwas überreizt darstellt, sondern speziell Istins Story fehlt es sowohl an psychologisch interessanten Charakteren, als auch an Spannung oder eine fundamental neuen Perspektive. Das aber wären sozusagen Grundvoraussetzungen, um den anglo- und frankophilen fantasyerfahrenen Leser nicht zu Tode zu langweilen. Bis auf die Nebensächlichkeit, dass der Autor Galaad – Galahad (?) – ohne jegliche Konsequenz für die bisherige Handlung zum Weibsbild umdefiniert, bietet "Claudus vom Wüsten Land" nicht eine einzige überraschende Wendung, sondern eine typische "Erlöserstory" gewürzt mit klischeehaftem Pathos und magischen Brimborium. Alexes Artwork ist … nett. Mehr aber auch nicht: klarer, gradliniger, glatter Fantasy-Mainstream ohne Erinnerungswert oder echte Eye-Catcher, der zuweilen sogar etwas einfallslos daherkommt; Hexer und Personen mit übernatürlichen Kräften durch leere, Iris-lose Augen zu kennzeichnen, wirkt uninspiriert und ausgelutscht. Immerhin sorgt Jacquemoire mit ihrer Koloration für einige idyllische Landschaftsimpressionen, die allerdings ebenso vergänglich wirken wie die 0815-Figuren Alexes. Fazit: Eine weitere uninspirierte, vorhersehbare Story um Merlin, die Tafelrunde und in der Gegend rumstehende Menhire, die zwar unterm Strich recht gefällig visualisiert ist, die man sich aber dennoch guten Gewissens schenken kann.

In Armorica, dem nordwestlichen Gallien, der heutige Bretagne, herrscht noch ein dunkles Zeitalter. Das Land König Bran von Benwicks leidet unter den Übergriffen des finsteren Claudas, sodass sich der alte Herrscher gezwungen sieht, den jungen Arthur um Hilfe zu bitten.

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Buchtitel
1
18.02.2018
4
18.02.2018
5
18.02.2018

Gemeinsam mit seiner Gattin, der Dame Helene, ihrem gemeinsamen Kind und einem Getreuen – Pharien – brechen sie gen Arthurs Hof auf, nicht ahnend, dass ihre Abreise von einem der düsteren Gefolgsleute Claudus’ beobachtet wurde.

Unverzüglich schickt der Eroberer den Vieren daraufhin seine Häscher hinterher. Während Bran bei der Flucht ums Leben kommt, geraten Helene und Pharien in Gefangenschaft; das Kind allerdings konnte die Dame zuvor heimlich einer geheimnisvollen Gestalt, einem Wassergeist – Liamm –, anvertrauen und gibt gegenüber dem Feind vor, sie habe es ertränkt.

Der Geist bringt das Baby an einen verborgenen Ort namens Brocélande, den einst der mächtige Merlin als Zuflucht für die Anhänger der alten Religion geschaffen haben soll. Hier wächst das Kind in der Obhut der Priesterin Viviane, die ihm den Namen Galaad verleiht, zu einem kampfgeschulten jungen Mädchen heran.

Unterdessen verbannt Claudus Helene in ein Kloster, während sich Pharien in die Dienste des Herrschers stellt, wobei sein augenscheinlicher Verrat jedoch nur eine List darstellt, deren Ziel es ist, die Erbfolge in einem Königreich zu schützen, das Claudas ebenfalls okkupierte.

Jean-Luc Istin gehört nicht nur zu den schreibfreudigsten franko-belgischen Szenaristen, sondern auch zu den Überraschungseiern unter der Autorenschaft. Sein Œuvreweist eine zu große qualitative Varianz auf, als dass man im Vorfeld auch nur erahnen kann, ob ein Album zu den Treffern oder zu den Nieten gehört.

In Bezug auf "Lancelot" wird relativ schnell klar, dass man als Leser diesmal auf der Verliererseite steht. Nicht nur, dass gefühlte 50% aller europäischen Fantasy-Comics mittlerweile entweder den Artus-Sagenkreis oder den Tristan-Mythos als Hintergrund zu bemühen scheinen und sich damit das Thema – freundlich ausgedrückt – etwas überreizt darstellt, sondern speziell Istins Story fehlt es sowohl an psychologisch interessanten Charakteren, als auch an Spannung oder eine fundamental neuen Perspektive. Das aber wären sozusagen Grundvoraussetzungen, um den anglo- und frankophilen fantasyerfahrenen Leser nicht zu Tode zu langweilen. Bis auf die Nebensächlichkeit, dass der Autor Galaad – Galahad (?) – ohne jegliche Konsequenz für die bisherige Handlung zum Weibsbild umdefiniert, bietet "Claudus vom Wüsten Land" nicht eine einzige überraschende Wendung, sondern eine typische "Erlöserstory" gewürzt mit klischeehaftem Pathos und magischen Brimborium.

Alexes Artwork ist … nett. Mehr aber auch nicht: klarer, gradliniger, glatter Fantasy-Mainstream ohne Erinnerungswert oder echte Eye-Catcher, der zuweilen sogar etwas einfallslos daherkommt; Hexer und Personen mit übernatürlichen Kräften durch leere, Iris-lose Augen zu kennzeichnen, wirkt uninspiriert und ausgelutscht. Immerhin sorgt Jacquemoire mit ihrer Koloration für einige idyllische Landschaftsimpressionen, die allerdings ebenso vergänglich wirken wie die 0815-Figuren Alexes.

Fazit: Eine weitere uninspirierte, vorhersehbare Story um Merlin, die Tafelrunde und in der Gegend rumstehende Menhire, die zwar unterm Strich recht gefällig visualisiert ist, die man sich aber dennoch guten Gewissens schenken kann.

geschrieben am 28.09.2011 | 481 Wörter | 2943 Zeichen

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