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Die Fünfte Morgenröte


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Rezension von

Frank Drehmel

Die Fünfte Morgenröte Dieser abschließende Band der Mirrodin-Trilogie knüpft unmittelbar an die Ereignisse des zweiten Buches, “Das Nachtstahl-Auge”, an. Ein neuer, ein grüner Mond, geboren aus reinem Mana, steht an Mirrodins Himmel; Memnarch, der wahnsinnige Hüter, scheint besiegt. Erschöpft kehren Glissa und Slobad nach geschlagener Schlacht zurück ins Knäuel, wo sie allerdings sofort nach ihrer Ankunft verhaftet und unter Mordanklage gestellt werden. Die Klägerin: Glissas totgeglaubte Schwester, Lyese! Während die Elfin und der Goblin nur auf Grund der Intervention eines alten Freundes einer Verurteilung entgehen und sich die Schwestern schließlich sogar versöhnen, vernichten Gleichmacher unter Führung grotesk mutierter Vedalken Bruennas Volk bis auf den letzten Menschen. Einzig der Magierin gelingt es, sich zum Knäuel zu teleportieren. Bei einem Angriff der Aerophins auf ihre Heimstatt wird Glissa von Malil schwer verwundet, kann aber zusammen mit Bruenna und Lyese in die Stadt der Leoniden, Taj Nar, fliehen; Slobad jedoch fällt dem Schergen Memnarchs in die Hände. Der Hüter Mirrodins ist keineswegs geschlagen, sondern plant, die Völker der Oberflächenwelt mittels Heerscharen neuer Konstrukte auszulöschen; und dem Goblin hat er dabei ein besondere Rolle zugedacht. Auch in Taj Nar finden die Flüchtlinge keine Sicherheit: der neue Anführer der Nim, der auferstandene Yerth, führt Legionen von Untoten gegen die Stadt, während seine nekromantische Magie dafür sorgt, dass sich die Sümpfe des Mephidross immer weiter in die Glimmerleere ausdehnen. Die drei Frauen fassen den Plan, zunächst die Leoniden in ihrem Kampf zu unterstützen, um anschließend Slobad aus Memnarchs unterirdischen Reich zu befreien. In den abtrünnigen Goblins unter Führung des Propheten Dwugget sehen sie potenzielle Verbündete und brechen daher zu einer diplomatischen Mission Richtung Goblin-Berge auf. Doch erneut machen Memnarchs Handlanger ihnen einen Strich durch die Rechnung und so müssen die Elfin und ihre leonidischen Freunde allein auf sich gestellt Yerth gegenüber treten. Während des Kampfes gerät Glissa in eine magische Falle, eine Art Stasisfeld ... ... und wacht fünf Jahre später in einer Welt auf, die sich grundlegend verändert hat. Slobad ist nach unsäglichen Foltern zu einem Diener Memnarchs geworden, Nim und Vedalken haben sich verbündet, Taj Nar ist gefallen und die Gemahlin des neuen Khas der Leoniden heißt Lyese. Doch diese Lyese hat nur noch wenig mit Glissas Schwester gemein. Es scheint keine Hoffnung mehr für Mirrodin zu geben .... Auch wenn “Die fünfte Morgenröte” als seichte Fantasy-Hausmannskost zu sehen ist, so wirft der Roman dennoch einen Lichtschein auf diese bisher äußerst trübe Trilogie. Cory J. Herndon gelingt im Abschlussband etwas, woran seine beiden Co-Autoren kläglich gescheitert sind: eine in weiten Teilen unterhaltsame oder wenigstens lesbare Geschichte! Denn auch wenn sich der Autor bisher noch keine belletristischen Meriten verdienen konnte, so bringt er eine Voraussetzung mit, die McDermott und Lebow offensichtlich abgeht: einen Funken Talent! Natürlich kann Herndon in diesem dritten Band nicht jedes der bisherigen Versäumnisse wettmachen, sondern folgt -und muss es wahrscheinlich auch- seinerseits einem insgesamt konfus-oberflächlichen und actionbetonten Storyexposé, dessen traurigen Höhepunkt ein deutlich erkennbarer Bruch im Erzähl- und Lesefluss in Folge des fünfjährigen “Zeitsprunges” nach gut der Hälfte des Romans darstellt. Doch trotz dieser Widrigkeiten, der Logiklöcher und Sprünge gelingt es ihm, Action und beschreibende, ruhigere Passagen ausgewogen nebeneinander zu stellen. Er nimmt sich Zeit für Erläuterungen und Erklärungen, wobei er vor allem den Dialogen seine gesteigerte Aufmerksamkeit widmet. Daher erfährt der Leser über Mirrodin, die Protagonisten oder auch ganz spezifische Magic-Elemente in diesem einen Roman mehr als in den beiden anderen zusammen. Dank Herndon wandeln sich Glissa, Slobad, Bruenna und Raksha Goldjunges wider Erwarten doch noch von hohlen Figuren in denkende, mitfühlende Wesen, während ihre großen Widersacher, Memnarch und Malil, endlich glaubhaft psychopathische Massenmörder mimen dürfen. Ähnlich erfreulich gestaltet sich die Darstellung der Kämpfe, die “Kampfchoreografie”: fantasievoller, plastischer und nachvollziehbarer als in den beiden ersten Bänden reißt sie den Leser nun mehr eher mit, als dass sie ihn sanft entschlummern lässt, denn nicht die schiere Masse, sondern die Klasse der Gegner wird zum zentralen Moment des Geschehens; Massenaufmärsche hingegen werden in Nebensätzen abgehandelt. Aus stilistischer Sicht mag das Buch kein großer Wurf sein, aber es ist mit lockerer Hand geschrieben und von daher entspannend zu lesen, der Wortschatz Herndons erscheint unendlich viel größer als der Lebows, dem Autor des zweiten Bandes, und die Übersetzung, für die Timothy Stahl diesmal wieder alleine verantwortlich zeichnet, hält keine weiteren verstörenden Überraschungen bereit. Fazit: Trotz unverkennbarer Schwächen im Aufbau ein Alles in Allem versöhnlicher Abschluss der Mirrodin-Trilogie, der die ersten beiden Machwerke zwar nicht vergessen macht, aber erneut beweist, dass “Magic The Gathering”-Romane tatsächlich mehr als ein Biotop für viertklassige Autoren sein können.

Dieser abschließende Band der Mirrodin-Trilogie knüpft unmittelbar an die Ereignisse des zweiten Buches, “Das Nachtstahl-Auge”, an.

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#
rezensiert seit
Buchtitel
1
18.02.2018
4
18.02.2018
5
18.02.2018

Ein neuer, ein grüner Mond, geboren aus reinem Mana, steht an Mirrodins Himmel; Memnarch, der wahnsinnige Hüter, scheint besiegt. Erschöpft kehren Glissa und Slobad nach geschlagener Schlacht zurück ins Knäuel, wo sie allerdings sofort nach ihrer Ankunft verhaftet und unter Mordanklage gestellt werden. Die Klägerin: Glissas totgeglaubte Schwester, Lyese!

Während die Elfin und der Goblin nur auf Grund der Intervention eines alten Freundes einer Verurteilung entgehen und sich die Schwestern schließlich sogar versöhnen, vernichten Gleichmacher unter Führung grotesk mutierter Vedalken Bruennas Volk bis auf den letzten Menschen. Einzig der Magierin gelingt es, sich zum Knäuel zu teleportieren.

Bei einem Angriff der Aerophins auf ihre Heimstatt wird Glissa von Malil schwer verwundet, kann aber zusammen mit Bruenna und Lyese in die Stadt der Leoniden, Taj Nar, fliehen; Slobad jedoch fällt dem Schergen Memnarchs in die Hände. Der Hüter Mirrodins ist keineswegs geschlagen, sondern plant, die Völker der Oberflächenwelt mittels Heerscharen neuer Konstrukte auszulöschen; und dem Goblin hat er dabei ein besondere Rolle zugedacht.

Auch in Taj Nar finden die Flüchtlinge keine Sicherheit: der neue Anführer der Nim, der auferstandene Yerth, führt Legionen von Untoten gegen die Stadt, während seine nekromantische Magie dafür sorgt, dass sich die Sümpfe des Mephidross immer weiter in die Glimmerleere ausdehnen.

Die drei Frauen fassen den Plan, zunächst die Leoniden in ihrem Kampf zu unterstützen, um anschließend Slobad aus Memnarchs unterirdischen Reich zu befreien. In den abtrünnigen Goblins unter Führung des Propheten Dwugget sehen sie potenzielle Verbündete und brechen daher zu einer diplomatischen Mission Richtung Goblin-Berge auf. Doch erneut machen Memnarchs Handlanger ihnen einen Strich durch die Rechnung und so müssen die Elfin und ihre leonidischen Freunde allein auf sich gestellt Yerth gegenüber treten. Während des Kampfes gerät Glissa in eine magische Falle, eine Art Stasisfeld ...

... und wacht fünf Jahre später in einer Welt auf, die sich grundlegend verändert hat. Slobad ist nach unsäglichen Foltern zu einem Diener Memnarchs geworden, Nim und Vedalken haben sich verbündet, Taj Nar ist gefallen und die Gemahlin des neuen Khas der Leoniden heißt Lyese. Doch diese Lyese hat nur noch wenig mit Glissas Schwester gemein. Es scheint keine Hoffnung mehr für Mirrodin zu geben ....

Auch wenn “Die fünfte Morgenröte” als seichte Fantasy-Hausmannskost zu sehen ist, so wirft der Roman dennoch einen Lichtschein auf diese bisher äußerst trübe Trilogie. Cory J. Herndon gelingt im Abschlussband etwas, woran seine beiden Co-Autoren kläglich gescheitert sind: eine in weiten Teilen unterhaltsame oder wenigstens lesbare Geschichte! Denn auch wenn sich der Autor bisher noch keine belletristischen Meriten verdienen konnte, so bringt er eine Voraussetzung mit, die McDermott und Lebow offensichtlich abgeht: einen Funken Talent!

Natürlich kann Herndon in diesem dritten Band nicht jedes der bisherigen Versäumnisse wettmachen, sondern folgt -und muss es wahrscheinlich auch- seinerseits einem insgesamt konfus-oberflächlichen und actionbetonten Storyexposé, dessen traurigen Höhepunkt ein deutlich erkennbarer Bruch im Erzähl- und Lesefluss in Folge des fünfjährigen “Zeitsprunges” nach gut der Hälfte des Romans darstellt.

Doch trotz dieser Widrigkeiten, der Logiklöcher und Sprünge gelingt es ihm, Action und beschreibende, ruhigere Passagen ausgewogen nebeneinander zu stellen. Er nimmt sich Zeit für Erläuterungen und Erklärungen, wobei er vor allem den Dialogen seine gesteigerte Aufmerksamkeit widmet. Daher erfährt der Leser über Mirrodin, die Protagonisten oder auch ganz spezifische Magic-Elemente in diesem einen Roman mehr als in den beiden anderen zusammen. Dank Herndon wandeln sich Glissa, Slobad, Bruenna und Raksha Goldjunges wider Erwarten doch noch von hohlen Figuren in denkende, mitfühlende Wesen, während ihre großen Widersacher, Memnarch und Malil, endlich glaubhaft psychopathische Massenmörder mimen dürfen.

Ähnlich erfreulich gestaltet sich die Darstellung der Kämpfe, die “Kampfchoreografie”: fantasievoller, plastischer und nachvollziehbarer als in den beiden ersten Bänden reißt sie den Leser nun mehr eher mit, als dass sie ihn sanft entschlummern lässt, denn nicht die schiere Masse, sondern die Klasse der Gegner wird zum zentralen Moment des Geschehens; Massenaufmärsche hingegen werden in Nebensätzen abgehandelt.

Aus stilistischer Sicht mag das Buch kein großer Wurf sein, aber es ist mit lockerer Hand geschrieben und von daher entspannend zu lesen, der Wortschatz Herndons erscheint unendlich viel größer als der Lebows, dem Autor des zweiten Bandes, und die Übersetzung, für die Timothy Stahl diesmal wieder alleine verantwortlich zeichnet, hält keine weiteren verstörenden Überraschungen bereit.

Fazit: Trotz unverkennbarer Schwächen im Aufbau ein Alles in Allem versöhnlicher Abschluss der Mirrodin-Trilogie, der die ersten beiden Machwerke zwar nicht vergessen macht, aber erneut beweist, dass “Magic The Gathering”-Romane tatsächlich mehr als ein Biotop für viertklassige Autoren sein können.

geschrieben am 10.08.2005 | 743 Wörter | 4542 Zeichen

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