Navigation

Seiten der Rubrik "Bücher"


Google Anzeigen

Anzeigen

Bücher

2140 - Der letzte Krieg


Statistiken
  • 7682 Aufrufe

Informationen zum Buch
  ISBN
  Autor
  Verlag
  Sprache
  Seiten
  Erscheinungsjahr
  Extras

Rezension von

Frank Drehmel

2140 - Der letzte Krieg Wir schreiben das Jahr 2140: Zwei Großmächte – die Eurasische Dynastie (ED) und die United Civilized States (UCS) – kämpfen auf einer durch Atomkriege verheerten Erde um die ideologische Vorherrschaft und die wenigen verbliebenen Rohstoffe. Insbesondere Uran steht als Ausgangsmaterial für weitere Bomben ganz oben auf der Wunschliste der beiden despotischen Führer, Tiao Zhan Zhe Khan auf Seiten der ED und seinem Widersacher, der künstlichen UCS-Intelligenz MASTERCOM. Eine dritte Macht, die Lunar Corporation (LC), deren Haupt-Stützpunkt auf dem Mond liegt, hält sich zwar offiziell aus diesem Konflikt raus, verkauft allerdings munter Technologie und Know-how an beide Kriegsparteien. Für diese dubiose Organisation arbeitet der junge brillante Atomphysiker Ben Havgenn, der als Kind aus dem Terror-Regime der ED fliehen konnte, dabei allerdings seine Eltern und seine Schwester Samantha auf der Erde zurücklassen musste. Nach gut sechs Jahren lunarisches Exil verspürt er einen inneren Drang, seine vermisste Schwester – von seinen Eltern nimmt er an, dass sie tot seien – auf der verwüsteten Erde zu suchen, kündigt seinen gut dotierten Job und macht sich auf die gefährliche Reise. Während Ben auf der verseuchten Oberfläche relativ ziellos umherstolpert, beginnt sich die militärische Lage – erneut – zuzuspitzen: Um die Aufrüstung zu forcieren, ernennt der Khan die hochdekorierte Soldatin Suzan Mercowa kurzer Hand zur Leiterin eines neuen Atomwaffenprogramms, woraufhin die UCS-Führung – also MASTERCOM – einen ins finnische Exil ausgewanderten Schachgenius und überragenden Strategen, Dr. Jeff Dickens, mit der Absicht anwirbt, die Aktivitäten der Gegenseite vorauszusehen und ihnen adäquat zu begegnen. Wie der Zufall es will, gerät Ben in UCS-Gefangenschaft. Dickens erkennt das Potenzial des jungen Physikers und überzeugt ihn, sich als Agent in die ED einschleusen zu lassen, um deren Kriegsvorbereitungen auszuspionieren. Dank seiner überragenden wissenschaftlichen Fähigkeiten und trotz des Misstrauens seitens hochrangiger Militärs gelingt es Ben, eine zentrale Rolle in der ED-Waffenentwicklung einzunehmen. Zugleich erkennt er, dass auch Mercowa zunehmend Zweifel an den Kriegsabsichten ihres despotischen Khans hegt, und er glaubt, dass er selbst, Dickens und die Soldatin die einzigen Personen sind, die den bevorstehenden neuen Weltkrieg verhindern können. Doch dafür ist es längst zu spät. “[...] Ben landet auf einem sterbenden Planeten. Nuklear verbrannte Wüsten bedecken die Oberfläche, über die immer noch ein Krieg tobt, der droht, die Erde zu vernichten – und Ben mit ihr.” Was laut Backcover als vollmundige Ankündigung einer alptraumhaften Suche auf einer apokalyptischen Ruinen-Welt verstanden werden kann, entpuppt sich im Roman schlichtweg als groteske, lächerliche Verarschung all jener Leser, deren Intelligenzquotient höher ist als 75. Wie fast immer hat auch in diesem Buch das Elend mehrere Gesichter: zunächst wäre da das weitgehende Fehlen bildhafter, atmosphärisch dichter Beschreibungen einer nuklear verseuchten Umwelt im Speziellen oder wenigstens von Land(schaften), Orten und sogar Protagonisten im Allgemeinen zu nennen. In Folge dessen wirken die wenigen Handlungsorte – i.d.R. anonyme Militärbasen – genauso beliebig, austauschbar wie die Protagonisten, denen es an Körperlichkeit bzw. Eigenständigkeit mangelt und deren klischeehafte, triviale Motive sie zu lächerlichen Popanzen machen. Ebenfalls für überflüssig hält Caluka – ob sich hinter dem Namen/Pseudonym Mann oder Frau verbergen, konnte auf die Schnelle nicht ermittelt werden – anscheinend das nähere Eingehen auf die politischen, ökonomischen, militärischen bzw. – allgemeiner – gesellschaftlichen Zustände und Konstellationen innerhalb der Machtblöcke – ED, UCS, LC – sowie zwischen ihnen, obgleich genau diese Hintergrundinformationen zum einen das Salz in der Suppe der Earth-PC-Spiele-Fans wären und sie zum anderen die Minimal-Voraussetzung für die Plausibilität einer sonst hanebüchenen Story darstellten. Man mag der Menschheit des Jahres 2140 viel Schlechtes nachsagen, aber dass – wie uns der Autor Glauben machen will – das Schicksal der zukünftigen Erde in den Händen eines pazifistischen Exil-Schachspielers, eines jungen Atomphysikers und einer frustrierten ED-Kommandeurin und ihren kleinen, persönlichen Fehden bzw. Scharmützeln liegt und das gesamte übrige ökonomisch-militärische System (Forschungseinrichtungen, Truppen-Verbände, Know-how und vor allem die unzähligen Menschen dahinter) bedeutungslos ist, hört sich im Kern und in der im Buch präsentierten Verkürzung so blödsinnig an wie die Kindergarten-Weltretter-Zeichentrick-Storys des einschlägigen TV-Nachmittagsprogramms. Als Resultat dieser oberflächlichen Abhandlung (eines – zugegeben – prinzipiell interessanten Ansatzes) steht der Leser vor einem Berg unbeantworteter Fragen, von denen die beiden zentralen lauten: Warum handeln die Figuren, wie sie handeln? Warum treten neben den drei angesprochenen Figuren, den beiden GröFaz, MASTERCOM und Khan “Wahnsinn”, sowie ihrer Speichellecker keine anderen bedeutsamen Akteure im Kriegsspiel der Supermächte auf? Immerhin beweist Caluka insofern Konsequenz, als er nicht nur den gesellschaftlichen Kontext simpel und primitiv dargestellt, sondern auch die technischen, physikalischen Aspekte so abhandelt, als würde er für grenzdebile Leser schreiben. Earth-”21xx”-Spieler mögen sich im Setting genauer auskennen, unbedarfte Leser jedoch werden sich fragen, wie Ben, der jahrelang im Schwerefeld des Mondes lebte, auch auf der Erde keinerlei Probleme mit längeren Fußmärschen zu haben scheint, weshalb man sich bei aller Hi-Tech (Ionengranaten, Cyborgs, KI ....) unbedingt anachronistisch wirkende A-Bomben auf den Kopf schmeißen muss, um sich zu vernichten, und was – zum Teufel – sich hinter den Namen “Kazuar”, “Grozny” und “Scorpion” verbirgt. Auf der stilistischen Ebene dominieren dröge, uninspirierte Dialoge, handlungssorientierte lustlose Beschreibungen und ein übersichtlicher – immerhin- Handlungsaufbau, der auch einen durchschnittlichen 8-Jährigen – abgesehen von zwei oder drei überraschend gewaltvollen Szenen- nicht überfordert. Fazit: Unausgegoren, albern, naiv, unlogisch, unplausibel, langweilig, farblos, beliebig, dröge geschrieben, – kurz und “gut”: grottenschlecht und eine geradezu negative Werbung für die zu Grunde liegenden PC-Strategie-Spiele.

Wir schreiben das Jahr 2140: Zwei Großmächte – die Eurasische Dynastie (ED) und die United Civilized States (UCS) – kämpfen auf einer durch Atomkriege verheerten Erde um die ideologische Vorherrschaft und die wenigen verbliebenen Rohstoffe. Insbesondere Uran steht als Ausgangsmaterial für weitere Bomben ganz oben auf der Wunschliste der beiden despotischen Führer, Tiao Zhan Zhe Khan auf Seiten der ED und seinem Widersacher, der künstlichen UCS-Intelligenz MASTERCOM.

weitere Rezensionen von Frank Drehmel

#
rezensiert seit
Buchtitel
1
18.02.2018
4
18.02.2018
5
18.02.2018

Eine dritte Macht, die Lunar Corporation (LC), deren Haupt-Stützpunkt auf dem Mond liegt, hält sich zwar offiziell aus diesem Konflikt raus, verkauft allerdings munter Technologie und Know-how an beide Kriegsparteien. Für diese dubiose Organisation arbeitet der junge brillante Atomphysiker Ben Havgenn, der als Kind aus dem Terror-Regime der ED fliehen konnte, dabei allerdings seine Eltern und seine Schwester Samantha auf der Erde zurücklassen musste. Nach gut sechs Jahren lunarisches Exil verspürt er einen inneren Drang, seine vermisste Schwester – von seinen Eltern nimmt er an, dass sie tot seien – auf der verwüsteten Erde zu suchen, kündigt seinen gut dotierten Job und macht sich auf die gefährliche Reise.

Während Ben auf der verseuchten Oberfläche relativ ziellos umherstolpert, beginnt sich die militärische Lage – erneut – zuzuspitzen: Um die Aufrüstung zu forcieren, ernennt der Khan die hochdekorierte Soldatin Suzan Mercowa kurzer Hand zur Leiterin eines neuen Atomwaffenprogramms, woraufhin die UCS-Führung – also MASTERCOM – einen ins finnische Exil ausgewanderten Schachgenius und überragenden Strategen, Dr. Jeff Dickens, mit der Absicht anwirbt, die Aktivitäten der Gegenseite vorauszusehen und ihnen adäquat zu begegnen.

Wie der Zufall es will, gerät Ben in UCS-Gefangenschaft. Dickens erkennt das Potenzial des jungen Physikers und überzeugt ihn, sich als Agent in die ED einschleusen zu lassen, um deren Kriegsvorbereitungen auszuspionieren. Dank seiner überragenden wissenschaftlichen Fähigkeiten und trotz des Misstrauens seitens hochrangiger Militärs gelingt es Ben, eine zentrale Rolle in der ED-Waffenentwicklung einzunehmen. Zugleich erkennt er, dass auch Mercowa zunehmend Zweifel an den Kriegsabsichten ihres despotischen Khans hegt, und er glaubt, dass er selbst, Dickens und die Soldatin die einzigen Personen sind, die den bevorstehenden neuen Weltkrieg verhindern können. Doch dafür ist es längst zu spät.

“[...] Ben landet auf einem sterbenden Planeten. Nuklear verbrannte Wüsten bedecken die Oberfläche, über die immer noch ein Krieg tobt, der droht, die Erde zu vernichten – und Ben mit ihr.”

Was laut Backcover als vollmundige Ankündigung einer alptraumhaften Suche auf einer apokalyptischen Ruinen-Welt verstanden werden kann, entpuppt sich im Roman schlichtweg als groteske, lächerliche Verarschung all jener Leser, deren Intelligenzquotient höher ist als 75.

Wie fast immer hat auch in diesem Buch das Elend mehrere Gesichter: zunächst wäre da das weitgehende Fehlen bildhafter, atmosphärisch dichter Beschreibungen einer nuklear verseuchten Umwelt im Speziellen oder wenigstens von Land(schaften), Orten und sogar Protagonisten im Allgemeinen zu nennen. In Folge dessen wirken die wenigen Handlungsorte – i.d.R. anonyme Militärbasen – genauso beliebig, austauschbar wie die Protagonisten, denen es an Körperlichkeit bzw. Eigenständigkeit mangelt und deren klischeehafte, triviale Motive sie zu lächerlichen Popanzen machen.

Ebenfalls für überflüssig hält Caluka – ob sich hinter dem Namen/Pseudonym Mann oder Frau verbergen, konnte auf die Schnelle nicht ermittelt werden – anscheinend das nähere Eingehen auf die politischen, ökonomischen, militärischen bzw. – allgemeiner – gesellschaftlichen Zustände und Konstellationen innerhalb der Machtblöcke – ED, UCS, LC – sowie zwischen ihnen, obgleich genau diese Hintergrundinformationen zum einen das Salz in der Suppe der Earth-PC-Spiele-Fans wären und sie zum anderen die Minimal-Voraussetzung für die Plausibilität einer sonst hanebüchenen Story darstellten.

Man mag der Menschheit des Jahres 2140 viel Schlechtes nachsagen, aber dass – wie uns der Autor Glauben machen will – das Schicksal der zukünftigen Erde in den Händen eines pazifistischen Exil-Schachspielers, eines jungen Atomphysikers und einer frustrierten ED-Kommandeurin und ihren kleinen, persönlichen Fehden bzw. Scharmützeln liegt und das gesamte übrige ökonomisch-militärische System (Forschungseinrichtungen, Truppen-Verbände, Know-how und vor allem die unzähligen Menschen dahinter) bedeutungslos ist, hört sich im Kern und in der im Buch präsentierten Verkürzung so blödsinnig an wie die Kindergarten-Weltretter-Zeichentrick-Storys des einschlägigen TV-Nachmittagsprogramms.

Als Resultat dieser oberflächlichen Abhandlung (eines – zugegeben – prinzipiell interessanten Ansatzes) steht der Leser vor einem Berg unbeantworteter Fragen, von denen die beiden zentralen lauten: Warum handeln die Figuren, wie sie handeln? Warum treten neben den drei angesprochenen Figuren, den beiden GröFaz, MASTERCOM und Khan “Wahnsinn”, sowie ihrer Speichellecker keine anderen bedeutsamen Akteure im Kriegsspiel der Supermächte auf?

Immerhin beweist Caluka insofern Konsequenz, als er nicht nur den gesellschaftlichen Kontext simpel und primitiv dargestellt, sondern auch die technischen, physikalischen Aspekte so abhandelt, als würde er für grenzdebile Leser schreiben. Earth-”21xx”-Spieler mögen sich im Setting genauer auskennen, unbedarfte Leser jedoch werden sich fragen, wie Ben, der jahrelang im Schwerefeld des Mondes lebte, auch auf der Erde keinerlei Probleme mit längeren Fußmärschen zu haben scheint, weshalb man sich bei aller Hi-Tech (Ionengranaten, Cyborgs, KI ....) unbedingt anachronistisch wirkende A-Bomben auf den Kopf schmeißen muss, um sich zu vernichten, und was – zum Teufel – sich hinter den Namen “Kazuar”, “Grozny” und “Scorpion” verbirgt.

Auf der stilistischen Ebene dominieren dröge, uninspirierte Dialoge, handlungssorientierte lustlose Beschreibungen und ein übersichtlicher – immerhin- Handlungsaufbau, der auch einen durchschnittlichen 8-Jährigen – abgesehen von zwei oder drei überraschend gewaltvollen Szenen- nicht überfordert.

Fazit: Unausgegoren, albern, naiv, unlogisch, unplausibel, langweilig, farblos, beliebig, dröge geschrieben, – kurz und “gut”: grottenschlecht und eine geradezu negative Werbung für die zu Grunde liegenden PC-Strategie-Spiele.

geschrieben am 25.11.2006 | 868 Wörter | 5543 Zeichen

Kommentare lesen Kommentar schreiben

Kommentare zur Rezension (0)

Platz für Anregungen und Ergänzungen