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Metalmorphosen


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Rezension von

Anna Kneisel

Metalmorphosen Bücher über Heavy Metal gibt es in allen möglichen Variationen, mal spöttisch berichtend über den ungehobelten Proll in Kutte mit Bierflasche in der Hand, mal hochtrabend wissenschaftlich dozierend. Jörg Scheller, Professor für Kunstgeschichte an der Zürcher Hochschule der Künste, führt seine Leser mit „Metalmorphosen“ durch die Geschichte des Heavy Metal und ist sichtlich bemüht, einen Mittelweg zwischen diesen Polen zu finden. Bei dem Versuch, einzugrenzen, was Heavy Metal eigentlich ist, nähert sich der Autor dem Kern immer nur an, beispielsweise indem er Unterschiede findet. Ein fachwissenschaftlicher Anspruch ist jederzeit zu spüren bei der Suche nach dem gemeinsamen Nenner in der über die Jahrzehnte hinweg doch so vielseitig gewordenen Welt des Heavy Metal in all seinen Facetten. Die Frage nach der Apokalypse als stetig wiederkehrendem Motiv (auch schon vor Corona) wird ebenso besprochen wie die nach der Genderproblematik und vieles mehr. Eingestreut in seine Erläuterungen sind Interviews mit Musikern des Genres wie Sabina Classen von Holy Moses, Conrad Thomas Lant von Venom oder Mille Petrozza von Kreator. Ergänzt wird das Werk durch fünf musiktheoretische Analysen von Dennis Bäsecke-Beltrametti - der im Inhaltsverzeichnis leider nicht genannt wird. Den Analysen mag man so nicht immer zustimmen, insgesamt sind sie jedoch ein positiv zu wertender Beitrag zu Schellers Arbeit. „Metalmorphosen“ ist keine popkulturell unterhaltende Lektüre für zwischendurch wie diverse Autobiographien des Genres. Vielmehr hat der Autor trotz seiner offensichtlichen Zugehörigkeit zur Szene stets den wissenschaftlichen Blick von außen auf das große Ganze im Sinn. Auf diese Weise ist der Band auf einem Niveau der Seriosität, das andere, meist flapsig dahin geschriebenen Texte missen lassen. Der Heavy Metal ist durch seine 50jährige Geschichte zu einem festen Bestandteil der internationalen Musikgeschichte geworden und erfährt in dieser musikgeschichtlichen Abhandlung eine würdige Besprechung. Nicht nur für Fans, sondern auch für Interessierte mit kulturwissenschaftlichem Anspruch lohnt sich daher die Lektüre.

Bücher über Heavy Metal gibt es in allen möglichen Variationen, mal spöttisch berichtend über den ungehobelten Proll in Kutte mit Bierflasche in der Hand, mal hochtrabend wissenschaftlich dozierend.

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Jörg Scheller, Professor für Kunstgeschichte an der Zürcher Hochschule der Künste, führt seine Leser mit „Metalmorphosen“ durch die Geschichte des Heavy Metal und ist sichtlich bemüht, einen Mittelweg zwischen diesen Polen zu finden.

Bei dem Versuch, einzugrenzen, was Heavy Metal eigentlich ist, nähert sich der Autor dem Kern immer nur an, beispielsweise indem er Unterschiede findet. Ein fachwissenschaftlicher Anspruch ist jederzeit zu spüren bei der Suche nach dem gemeinsamen Nenner in der über die Jahrzehnte hinweg doch so vielseitig gewordenen Welt des Heavy Metal in all seinen Facetten. Die Frage nach der Apokalypse als stetig wiederkehrendem Motiv (auch schon vor Corona) wird ebenso besprochen wie die nach der Genderproblematik und vieles mehr.

Eingestreut in seine Erläuterungen sind Interviews mit Musikern des Genres wie Sabina Classen von Holy Moses, Conrad Thomas Lant von Venom oder Mille Petrozza von Kreator. Ergänzt wird das Werk durch fünf musiktheoretische Analysen von Dennis Bäsecke-Beltrametti - der im Inhaltsverzeichnis leider nicht genannt wird. Den Analysen mag man so nicht immer zustimmen, insgesamt sind sie jedoch ein positiv zu wertender Beitrag zu Schellers Arbeit.

„Metalmorphosen“ ist keine popkulturell unterhaltende Lektüre für zwischendurch wie diverse Autobiographien des Genres. Vielmehr hat der Autor trotz seiner offensichtlichen Zugehörigkeit zur Szene stets den wissenschaftlichen Blick von außen auf das große Ganze im Sinn. Auf diese Weise ist der Band auf einem Niveau der Seriosität, das andere, meist flapsig dahin geschriebenen Texte missen lassen.

Der Heavy Metal ist durch seine 50jährige Geschichte zu einem festen Bestandteil der internationalen Musikgeschichte geworden und erfährt in dieser musikgeschichtlichen Abhandlung eine würdige Besprechung. Nicht nur für Fans, sondern auch für Interessierte mit kulturwissenschaftlichem Anspruch lohnt sich daher die Lektüre.

geschrieben am 18.09.2020 | 300 Wörter | 1828 Zeichen

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