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Die Zukunft erfinden - mitten im Krieg


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Rezension von

Adrian Witt

Die Zukunft erfinden - mitten im Krieg Selten hat sich die Menschheit so verl?sslich in ihrer eigenen Zerst?rungskraft geirrt wie in der Annahme, Krieg und Fortschritt seien voneinander zu trennen. Der Blick in die Vergangenheit zeigt n?mlich, dass milit?rische Konfrontationen immer wieder Erkenntnisse hervorgebracht haben, die in Friedenszeiten wohl undenkbar geblieben w?ren. Dies gilt f?r die Funktechnik des Ersten Weltkriegs ebenso wie f?r die Radar- und Raketentechnik des Zweiten Weltkriegs. Der Krieg wirkt dabei h?ufig als Katalysator des Fortschritts, dessen Hitze den Erfindergeist zugleich beschleunigt und verzehrt. Diese Einsicht bleibt jedoch ambivalent, denn die Innovation, die aus der Gewalt erw?chst, fragt nur sehr selten danach, welchen Wert sie f?r das Leben selbst besitzt. Umso bemerkenswerter ist es, dass die Ukraine, die sich seit dem 24. Februar 2022 mit einem Angriffskrieg durch Russland konfrontiert sieht, bis heute nicht nur ihre staatliche Eigenst?ndigkeit bewahren konnte, sondern unter Bedingungen begrenzter Mittel eine erstaunliche Anpassungsf?higkeit gezeigt hat, die mittlerweile weite Teile der ukrainischen Gesellschaft erfasst hat. Ein Land, das sich seit ?ber vier Jahren einer existenziellen Bedrohung entgegenstellt, tut dies nicht allein aus milit?rischer St?rke, sondern aus einer Tapferkeit, die im Alltag ebenso sichtbar wird wie an der Front, und aus einem Durchhaltewillen, der Improvisation in Methode verwandelt. Dort, wo Ressourcen knapp sind, wird Erfindergeist zur ?berlebensfrage, und der Impuls reicht weit ?ber das Schlachtfeld hinaus, bis in Verwaltung, Medizin und Energieversorgung. Vor diesem Hintergrund gewinnt eine Frage an Gewicht, die weit ?ber die staatliche Souver?nit?t der Ukraine hinausgeht: Was bedeutet es f?r Europa, dass ein angegriffenes Land zum Innovationshub des Kontinents geworden ist, und welche Schl?sse lassen sich daraus f?r die Zukunft ziehen? Mareike M?ller, Autorin und mehrfach ausgezeichnete Journalistin, widmet sich in ihrer im FinanzBuch Verlag erschienenen Publikation ?Die Zukunft erfinden ? mitten im Krieg? (ISBN: 978-3-959-72869-0) genau dieser Frage. Ihr Blick richtet sich darauf, welche Chancen sich langfristig er?ffnen, wenn Europa den ukrainischen Ansatz unterst?tzt und adaptiert, und ob der ganze Kontinent damit die vielleicht letzte Gelegenheit ergreift, seinen geopolitischen Handlungsspielraum in einer Welt konkurrierender Gro?m?chte zu sichern. Gegliedert in f?nf Kapitel, die zusammen 288 Seiten umfassen und von einem Vorwort und einem mehrseitigen Ausblick umfasst sind, bildet der Ausgangspunkt die Frage, unter welchen Voraussetzungen Innovation in der Ukraine ?berhaupt gedeihen konnte. Die Antwort darauf findet sich nicht allein in der Not. Schon vor 2022 hatte sich das Land zunehmend zu einer IT-Nation gewandelt, dessen Fundament sich auf Bildung, Industrie und Unternehmertum st?tzt. So hat sich beispielsweise auch die E-Governance-Plattform Diia, mit seiner digitalen Plattform f?r staatliche Dienstleistungen, ?ber die Landesgrenzen hinweg als Vorreiter der Verwaltungsdigitalisierung einen Namen gemacht. Diese Erfahrung mit schlanken, nutzerorientierten Strukturen bildete schlie?lich das Fundament, auf dem sich unter dem Druck des Krieges rasch aufbauen lie?. Was in anderen L?ndern oft als langwieriger und kaum umzusetzender Reformprozess gilt, zeigt sich hier als gelebte Praxis. Doch kaum ein anderes Beispiel veranschaulicht den Umschwung so deutlich, wie der im Jahr 2023 gegr?ndete Verteidigungstechnologie-Cluster Brave1. Es verbindet Unternehmen, Streitkr?fte, Staat und Investoren, w?hrend ?ber den Brave1 Market den Truppen inzwischen mehr als 1.000 L?sungen zur Verf?gung stehen, von Drohnen ?ber elektronische Kampfsysteme bis zu KI-gest?tzten Anwendungen. Doch die Dynamik reicht weit ?ber den milit?rischen Nutzen hinaus. Auch die Energieversorgung hat sich unter dem Druck russischer Angriffe neu erfunden. Da zentrale Kraftwerke und Leitungen immer wieder zum Ziel von Angriffen werden, setzt das Land verst?rkt auf dezentrale Stromerzeugung aus Solaranlagen, Windparks, Batteriespeichern und kleinen Gasanlagen. Allein 2025 kamen nach Sch?tzungen des ukrainischen Solarverbands mindestens 1,5 Gigawatt neue Solarleistung hinzu. Ein Angriff auf viele kleine, verstreute Anlagen ist f?r den russischen Aggressor zudem weit aufwendiger als einer auf ein gro?es Kraftwerk, was das System insgesamt widerstandsf?higer macht. Die Verwaltung zeigt zudem, dass digitale Infrastruktur nicht nur Dienstleistungen effizienter macht, sondern selbst verteidigt werden muss. Auch der Finanzsektor denkt Resilienz inzwischen anders: Digitalbanken wie Monobank, die ohne physische Filialen entstanden sind, halten Zahlungen auch dann aufrecht, wenn Infrastruktur angegriffen wird, und die Nationalbank macht den Schutz der Zahlungs- und Finanzmarktinfrastruktur zu einer strategischen Priorit?t. Im Agrarsektor gilt dagegen eine verwandte Logik. Agrardrohnen ?berwachen Kulturen und dosieren D?nger und Pflanzenschutzmittel pr?zise, was die Kosten senkt und Ertr?ge stabilisiert. So gibt das Unternehmen DroneUA beispielsweise an, in den Saisons 2021 und 2022 bereits mehr als 2,2 Millionen Hektar mit seinen Drohnen-Spr?hsystemen behandelt zu haben. Im Bildungsbereich sind derweil L?sungen entstanden, die Lernen unter Kriegsbedingungen ?berhaupt m?glich machen. Diia vermittelt digitale Kompetenzen, und das Bildungsministerium bietet f?r Kinder im Ausland ein vereinfachtes Programm mit Unterricht in ukrainischer Sprache, Literatur, Geschichte und Geografie an, damit der Anschluss an die Heimat nicht verloren geht. So verbinden sich Technik, Verwaltung und Bildung zu einem ?kosystem, in dem Improvisation unter Druck zur dauerhaften Methode wird. Welche Gefahren den Fortschritt begleiten, untersucht das dritte Kapitel, und zwar ausdr?cklich mit Blick auf das Innere des Landes. Dazu z?hlen unter anderem die Abh?ngigkeit von internationaler Finanzierung, der Mangel an qualifiziertem Personal in einem Land, dessen Menschen an der Front, in der Verwaltung und in der Wirtschaft gleicherma?en gebraucht werden, sowie Risiken, die aus Korruption und schwerf?lligen b?rokratischen Strukturen erwachsen k?nnen. Denn Innovation gedeiht nur, wenn sie Vertrauen, Kapital und Menschen findet. Wo eines dieser Elemente br?ckelt, verliert auch das eindrucksvollste Innovationssystem an Tragkraft. Ob und wie der ?brige Kontinent vom ukrainischen Innovationswunder profitiert, geht im vierten Kapitel hervor. Mit dem Programm ?Test in Ukraine? k?nnen bereits heute ausl?ndische Hersteller von Drohnen, Bodenrobotern und elektronischen Kampfsystemen ihre Produkte unter realen Bedingungen im Kampf erproben, was kein Labor ersetzen kann. Gleiches gilt f?r internationalisierte Vernetzung und laufender Wissenstransfer, strategische Regierungsabkommen, Joint Ventures zwischen einzelnen oder mehreren Unternehmen oder multinationale Koalitionen und Initiativen auf allen Ebenen. Zugleich pr?gt der Krieg eine ganze Generation von Ukrainerinnen und Ukrainern in Europa. Nach Angaben der EU haben rund 1,3 Millionen gefl?chtete Minderj?hrige vor?bergehenden Schutz in L?ndern der EU erhalten. Viele von ihnen lernen hier neue Sprachen, gewinnen neue Eindr?cke und erwerben solide Qualifikationen. Kehren auch nur einige von ihnen nach dem Krieg in die Ukraine zur?ck, k?nnte dieses Wissen den Wiederaufbau ? der trotz des Krieges l?ngst begonnen hat ? bereichern. Ob aus dieser Verbindung eine Partnerschaft oder doch nur eine Zweckbeziehung wird, entscheidet sich daran, ob der Nutzen auf beiden Seiten liegt. Was jedoch auf dem Spiel steht, wenn die bisherige Zusammenarbeit innerhalb Europas scheitert, behandelt das f?nfte Kapitel. Der Titel ?Kampf zweier Systeme? verweist auf einen Wettbewerb, in dem technologische Innovation zugleich zur Machtfrage wird. Ein Europa, das die ukrainischen Erfahrungen ungenutzt l?sst, riskiert neue Abh?ngigkeiten, w?hrend autorit?re Modelle mit schnell und zentral gesteuerter Technologieentwicklung um Einfluss werben. Damit wird deutlich, dass die ukrainische Innovationskraft keine Randnotiz der europ?ischen Sicherheitspolitik ist, sondern ?ber die Architektur der k?nftigen geopolitischen Ordnung mitentscheidet. Angesichts der Aktualit?t des Themas ?berzeugt die im FinanzBuch Verlag erschienene Publikation ?Die Zukunft erfinden ? mitten im Krieg? von Mareike M?ller durch die Verbindung von Anschauung und Analyse. Es zeigt eine Gesellschaft, die dem Krieg nicht mit Resignation, sondern mit Erfindergeist begegnet, und fragt zugleich n?chtern, was Europa daraus lernen kann. Gefahren wie Abh?ngigkeit und Fachkr?ftemangel werden dabei nicht verkl?rt, und der Mut der Menschen vor Ort wird ernst genommen. So entsteht ein Werk, das nicht nur Ukraine-Interessierte erreicht, sondern alle, die ?ber die Zukunft Europas nachdenken. Die Einsicht, dass Resilienz aus Gestaltung erw?chst und nicht allein aus Zerst?rung, verleiht dem Buch eine Bedeutung, die weit ?ber den Anlass hinausreicht.

Selten hat sich die Menschheit so verl?sslich in ihrer eigenen Zerst?rungskraft geirrt wie in der Annahme, Krieg und Fortschritt seien voneinander zu trennen. Der Blick in die Vergangenheit zeigt n?mlich, dass milit?rische Konfrontationen immer wieder Erkenntnisse hervorgebracht haben, die in Friedenszeiten wohl undenkbar geblieben w?ren. Dies gilt f?r die Funktechnik des Ersten Weltkriegs ebenso wie f?r die Radar- und Raketentechnik des Zweiten Weltkriegs.

Der Krieg wirkt dabei h?ufig als Katalysator des Fortschritts, dessen Hitze den Erfindergeist zugleich beschleunigt und verzehrt. Diese Einsicht bleibt jedoch ambivalent, denn die Innovation, die aus der Gewalt erw?chst, fragt nur sehr selten danach, welchen Wert sie f?r das Leben selbst besitzt. Umso bemerkenswerter ist es, dass die Ukraine, die sich seit dem 24. Februar 2022 mit einem Angriffskrieg durch Russland konfrontiert sieht, bis heute nicht nur ihre staatliche Eigenst?ndigkeit bewahren konnte, sondern unter Bedingungen begrenzter Mittel eine erstaunliche Anpassungsf?higkeit gezeigt hat, die mittlerweile weite Teile der ukrainischen Gesellschaft erfasst hat. Ein Land, das sich seit ?ber vier Jahren einer existenziellen Bedrohung entgegenstellt, tut dies nicht allein aus milit?rischer St?rke, sondern aus einer Tapferkeit, die im Alltag ebenso sichtbar wird wie an der Front, und aus einem Durchhaltewillen, der Improvisation in Methode verwandelt. Dort, wo Ressourcen knapp sind, wird Erfindergeist zur ?berlebensfrage, und der Impuls reicht weit ?ber das Schlachtfeld hinaus, bis in Verwaltung, Medizin und Energieversorgung.

Vor diesem Hintergrund gewinnt eine Frage an Gewicht, die weit ?ber die staatliche Souver?nit?t der Ukraine hinausgeht: Was bedeutet es f?r Europa, dass ein angegriffenes Land zum Innovationshub des Kontinents geworden ist, und welche Schl?sse lassen sich daraus f?r die Zukunft ziehen? Mareike M?ller, Autorin und mehrfach ausgezeichnete Journalistin, widmet sich in ihrer im FinanzBuch Verlag erschienenen Publikation ?Die Zukunft erfinden ? mitten im Krieg? (ISBN: 978-3-959-72869-0) genau dieser Frage. Ihr Blick richtet sich darauf, welche Chancen sich langfristig er?ffnen, wenn Europa den ukrainischen Ansatz unterst?tzt und adaptiert, und ob der ganze Kontinent damit die vielleicht letzte Gelegenheit ergreift, seinen geopolitischen Handlungsspielraum in einer Welt konkurrierender Gro?m?chte zu sichern. Gegliedert in f?nf Kapitel, die zusammen 288 Seiten umfassen und von einem Vorwort und einem mehrseitigen Ausblick umfasst sind, bildet der Ausgangspunkt die Frage, unter welchen Voraussetzungen Innovation in der Ukraine ?berhaupt gedeihen konnte. Die Antwort darauf findet sich nicht allein in der Not. Schon vor 2022 hatte sich das Land zunehmend zu einer IT-Nation gewandelt, dessen Fundament sich auf Bildung, Industrie und Unternehmertum st?tzt. So hat sich beispielsweise auch die E-Governance-Plattform Diia, mit seiner digitalen Plattform f?r staatliche Dienstleistungen, ?ber die Landesgrenzen hinweg als Vorreiter der Verwaltungsdigitalisierung einen Namen gemacht. Diese Erfahrung mit schlanken, nutzerorientierten Strukturen bildete schlie?lich das Fundament, auf dem sich unter dem Druck des Krieges rasch aufbauen lie?. Was in anderen L?ndern oft als langwieriger und kaum umzusetzender Reformprozess gilt, zeigt sich hier als gelebte Praxis. Doch kaum ein anderes Beispiel veranschaulicht den Umschwung so deutlich, wie der im Jahr 2023 gegr?ndete Verteidigungstechnologie-Cluster Brave1. Es verbindet Unternehmen, Streitkr?fte, Staat und Investoren, w?hrend ?ber den Brave1 Market den Truppen inzwischen mehr als 1.000 L?sungen zur Verf?gung stehen, von Drohnen ?ber elektronische Kampfsysteme bis zu KI-gest?tzten Anwendungen. Doch die Dynamik reicht weit ?ber den milit?rischen Nutzen hinaus. Auch die Energieversorgung hat sich unter dem Druck russischer Angriffe neu erfunden. Da zentrale Kraftwerke und Leitungen immer wieder zum Ziel von Angriffen werden, setzt das Land verst?rkt auf dezentrale Stromerzeugung aus Solaranlagen, Windparks, Batteriespeichern und kleinen Gasanlagen. Allein 2025 kamen nach Sch?tzungen des ukrainischen Solarverbands mindestens 1,5 Gigawatt neue Solarleistung hinzu. Ein Angriff auf viele kleine, verstreute Anlagen ist f?r den russischen Aggressor zudem weit aufwendiger als einer auf ein gro?es Kraftwerk, was das System insgesamt widerstandsf?higer macht. Die Verwaltung zeigt zudem, dass digitale Infrastruktur nicht nur Dienstleistungen effizienter macht, sondern selbst verteidigt werden muss. Auch der Finanzsektor denkt Resilienz inzwischen anders: Digitalbanken wie Monobank, die ohne physische Filialen entstanden sind, halten Zahlungen auch dann aufrecht, wenn Infrastruktur angegriffen wird, und die Nationalbank macht den Schutz der Zahlungs- und Finanzmarktinfrastruktur zu einer strategischen Priorit?t. Im Agrarsektor gilt dagegen eine verwandte Logik. Agrardrohnen ?berwachen Kulturen und dosieren D?nger und Pflanzenschutzmittel pr?zise, was die Kosten senkt und Ertr?ge stabilisiert. So gibt das Unternehmen DroneUA beispielsweise an, in den Saisons 2021 und 2022 bereits mehr als 2,2 Millionen Hektar mit seinen Drohnen-Spr?hsystemen behandelt zu haben. Im Bildungsbereich sind derweil L?sungen entstanden, die Lernen unter Kriegsbedingungen ?berhaupt m?glich machen. Diia vermittelt digitale Kompetenzen, und das Bildungsministerium bietet f?r Kinder im Ausland ein vereinfachtes Programm mit Unterricht in ukrainischer Sprache, Literatur, Geschichte und Geografie an, damit der Anschluss an die Heimat nicht verloren geht. So verbinden sich Technik, Verwaltung und Bildung zu einem ?kosystem, in dem Improvisation unter Druck zur dauerhaften Methode wird. Welche Gefahren den Fortschritt begleiten, untersucht das dritte Kapitel, und zwar ausdr?cklich mit Blick auf das Innere des Landes. Dazu z?hlen unter anderem die Abh?ngigkeit von internationaler Finanzierung, der Mangel an qualifiziertem Personal in einem Land, dessen Menschen an der Front, in der Verwaltung und in der Wirtschaft gleicherma?en gebraucht werden, sowie Risiken, die aus Korruption und schwerf?lligen b?rokratischen Strukturen erwachsen k?nnen. Denn Innovation gedeiht nur, wenn sie Vertrauen, Kapital und Menschen findet. Wo eines dieser Elemente br?ckelt, verliert auch das eindrucksvollste Innovationssystem an Tragkraft. Ob und wie der ?brige Kontinent vom ukrainischen Innovationswunder profitiert, geht im vierten Kapitel hervor. Mit dem Programm ?Test in Ukraine? k?nnen bereits heute ausl?ndische Hersteller von Drohnen, Bodenrobotern und elektronischen Kampfsystemen ihre Produkte unter realen Bedingungen im Kampf erproben, was kein Labor ersetzen kann. Gleiches gilt f?r internationalisierte Vernetzung und laufender Wissenstransfer, strategische Regierungsabkommen, Joint Ventures zwischen einzelnen oder mehreren Unternehmen oder multinationale Koalitionen und Initiativen auf allen Ebenen. Zugleich pr?gt der Krieg eine ganze Generation von Ukrainerinnen und Ukrainern in Europa. Nach Angaben der EU haben rund 1,3 Millionen gefl?chtete Minderj?hrige vor?bergehenden Schutz in L?ndern der EU erhalten. Viele von ihnen lernen hier neue Sprachen, gewinnen neue Eindr?cke und erwerben solide Qualifikationen. Kehren auch nur einige von ihnen nach dem Krieg in die Ukraine zur?ck, k?nnte dieses Wissen den Wiederaufbau ? der trotz des Krieges l?ngst begonnen hat ? bereichern. Ob aus dieser Verbindung eine Partnerschaft oder doch nur eine Zweckbeziehung wird, entscheidet sich daran, ob der Nutzen auf beiden Seiten liegt. Was jedoch auf dem Spiel steht, wenn die bisherige Zusammenarbeit innerhalb Europas scheitert, behandelt das f?nfte Kapitel. Der Titel ?Kampf zweier Systeme? verweist auf einen Wettbewerb, in dem technologische Innovation zugleich zur Machtfrage wird. Ein Europa, das die ukrainischen Erfahrungen ungenutzt l?sst, riskiert neue Abh?ngigkeiten, w?hrend autorit?re Modelle mit schnell und zentral gesteuerter Technologieentwicklung um Einfluss werben. Damit wird deutlich, dass die ukrainische Innovationskraft keine Randnotiz der europ?ischen Sicherheitspolitik ist, sondern ?ber die Architektur der k?nftigen geopolitischen Ordnung mitentscheidet.

Angesichts der Aktualit?t des Themas ?berzeugt die im FinanzBuch Verlag erschienene Publikation ?Die Zukunft erfinden ? mitten im Krieg? von Mareike M?ller durch die Verbindung von Anschauung und Analyse. Es zeigt eine Gesellschaft, die dem Krieg nicht mit Resignation, sondern mit Erfindergeist begegnet, und fragt zugleich n?chtern, was Europa daraus lernen kann. Gefahren wie Abh?ngigkeit und Fachkr?ftemangel werden dabei nicht verkl?rt, und der Mut der Menschen vor Ort wird ernst genommen. So entsteht ein Werk, das nicht nur Ukraine-Interessierte erreicht, sondern alle, die ?ber die Zukunft Europas nachdenken. Die Einsicht, dass Resilienz aus Gestaltung erw?chst und nicht allein aus Zerst?rung, verleiht dem Buch eine Bedeutung, die weit ?ber den Anlass hinausreicht.

geschrieben am 22.10.2026 | 1203 Wörter | 7824 Zeichen

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