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Kinder vor dem Familiengericht


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Informationen zum Buch
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Rezension von

Dr. Benjamin Krenberger

Kinder vor dem Familiengericht Die Lektüre dieses Werks ist Praktikern im Familienrecht – und das müssen nicht zwingend Volljuristen sein – dann dringend anzuraten, wenn sie in hohem Maße daran interessiert sind, ihre eigene Rolle im Verfahren beim Umgang mit Kindern kritisch zu hinterfragen. Denn der Autor geht konsequent zum Wohl des Kindes mit einer löblichen Härte mit den vorhandenen Verfahrensbeteiligten und der Verfahrensausgestaltung ins Gericht, die einem nicht immer gefallen wird, aber stets einen guten Kern Wahrheit in sich trägt. Zugunsten von Kindern gibt es immer etwas zu verbessern am für Außenstehende schon erschreckend wirkenden familiengerichtlichen Verfahren rund um das Kind. Sich in das Kind zu versetzen, das Gegenstand des Verfahrens ist, und ihm die Teilnahme am Verfahren zum einen zu erleichtern, ohne aber zum anderen seine Rechte unausgewogen zu berücksichtigen, ist eine hohe Kunst, die der Autor zu Recht von den Verfahrensbeteiligten einfordert. Auf circa 450 eng bedruckten Seiten wird die Lektüre nicht zum Vergnügen. Das Layout des Buches ist stark verbesserungsbedürftig, denn schon die Lektüre an sich ist harte Kost, sodass nicht noch das Lesen selbst durch diese Bleiwüste erschwert werden sollte. Die Darstellung vermischt immer wieder statistische, pädagogische, juristische und psychologische Ansätze und führt damit exemplarisch vor, was für ein Mischwesen das Familienrecht doch eigentlich ist. Zwei große Abschnitte geben den Rahmen der Darstellung vor. Einmal geht es um das Kind bei Trennung und Scheidung, einmal um die Fremdplatzierung des Kindes, jeweils mit zahlreichen Unterkapiteln, wobei man die Platzierung durchaus kritisch diskutieren kann (vgl. dazu auch Schenck, FamRZ 2019, 102). Sehr gelungen empfinde ich die steten Hinweise auf und an den „Anwalt des Kindes“, den Verfahrensbeistand, der seine Rolle meiner Meinung nach sehr offensiv vertreten sollte, um dem Kindeswohl voll gerecht zu werden. Der Duktus des Werks als Praxisbuch ist dabei und auch allgemein zwar mitunter etwas sperrig, aber bei interdisziplinären Ansätzen kann man eben nicht nach Schema F subsumieren. Besonders gut gefällt mir die Diskussion um die Rückführung des Kindes aus der so genannten Fremdplatzierung, die Balloff sehr gewandt mit Hinweisen auf die kindliche Entwicklung darlegt und zu Recht für eine lange Zeit mögliche Rückkehr des Kindes in die eigene Familie plädiert, auch wenn der Verbleib in der Pflegefamilie für die beteiligten Juristen natürlich einfachere Arbeit bedeuten würde. Wer das Buch liest, muss sich Zeit nehmen, aber es lohnt sich. Die Anregungen sind zahlreich und lohnenswert, selbst wenn man nicht jedem Ansatz folgt.

Die Lektüre dieses Werks ist Praktikern im Familienrecht – und das müssen nicht zwingend Volljuristen sein – dann dringend anzuraten, wenn sie in hohem Maße daran interessiert sind, ihre eigene Rolle im Verfahren beim Umgang mit Kindern kritisch zu hinterfragen. Denn der Autor geht konsequent zum Wohl des Kindes mit einer löblichen Härte mit den vorhandenen Verfahrensbeteiligten und der Verfahrensausgestaltung ins Gericht, die einem nicht immer gefallen wird, aber stets einen guten Kern Wahrheit in sich trägt. Zugunsten von Kindern gibt es immer etwas zu verbessern am für Außenstehende schon erschreckend wirkenden familiengerichtlichen Verfahren rund um das Kind. Sich in das Kind zu versetzen, das Gegenstand des Verfahrens ist, und ihm die Teilnahme am Verfahren zum einen zu erleichtern, ohne aber zum anderen seine Rechte unausgewogen zu berücksichtigen, ist eine hohe Kunst, die der Autor zu Recht von den Verfahrensbeteiligten einfordert.

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Auf circa 450 eng bedruckten Seiten wird die Lektüre nicht zum Vergnügen. Das Layout des Buches ist stark verbesserungsbedürftig, denn schon die Lektüre an sich ist harte Kost, sodass nicht noch das Lesen selbst durch diese Bleiwüste erschwert werden sollte.

Die Darstellung vermischt immer wieder statistische, pädagogische, juristische und psychologische Ansätze und führt damit exemplarisch vor, was für ein Mischwesen das Familienrecht doch eigentlich ist. Zwei große Abschnitte geben den Rahmen der Darstellung vor. Einmal geht es um das Kind bei Trennung und Scheidung, einmal um die Fremdplatzierung des Kindes, jeweils mit zahlreichen Unterkapiteln, wobei man die Platzierung durchaus kritisch diskutieren kann (vgl. dazu auch Schenck, FamRZ 2019, 102). Sehr gelungen empfinde ich die steten Hinweise auf und an den „Anwalt des Kindes“, den Verfahrensbeistand, der seine Rolle meiner Meinung nach sehr offensiv vertreten sollte, um dem Kindeswohl voll gerecht zu werden. Der Duktus des Werks als Praxisbuch ist dabei und auch allgemein zwar mitunter etwas sperrig, aber bei interdisziplinären Ansätzen kann man eben nicht nach Schema F subsumieren.

Besonders gut gefällt mir die Diskussion um die Rückführung des Kindes aus der so genannten Fremdplatzierung, die Balloff sehr gewandt mit Hinweisen auf die kindliche Entwicklung darlegt und zu Recht für eine lange Zeit mögliche Rückkehr des Kindes in die eigene Familie plädiert, auch wenn der Verbleib in der Pflegefamilie für die beteiligten Juristen natürlich einfachere Arbeit bedeuten würde.

Wer das Buch liest, muss sich Zeit nehmen, aber es lohnt sich. Die Anregungen sind zahlreich und lohnenswert, selbst wenn man nicht jedem Ansatz folgt.

geschrieben am 03.10.2019 | 394 Wörter | 2266 Zeichen

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