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Bayerisches Kochbuch


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Rezension von

Adrian Witt

Bayerisches Kochbuch Wer schon einmal im fr?hen Morgenlicht ?ber den Tegernsee geblickt, den Duft von Almwiesen und Kiefernw?ldern eingeatmet und den ersten Schluck dunklen Bieres in einem alten Wirtshaus gekostet hat, der begreift, dass sich hier etwas Seltenes ereignet: Eine Landschaft und Lebensart, die derart unaufl?slich ineinander gewachsen ist, dass das eine ohne das andere schlicht undenkbar w?re. Bayern ist ein Land, das zwischen dem tiefblauen Spiegel des Chiemsees und den majest?tischen Gipfeln der Alpen eine eigene Welt geformt hat ? eine Welt, in der der Schnee der Zugspitze und das goldene Licht ?ber den Rapsfeldern des Donautals nicht blo? Kulisse sind, sondern Charakter. Hier hat die Natur mit einer Gro?z?gigkeit gewirkt, die den Menschen nicht unber?hrt lassen konnte: Sie hat ihn geformt und mit einer Beharrlichkeit ausgestattet, die sich in seiner Bauweise ebenso offenbart wie in seiner Musik, in seiner Sprache und seinen Traditionen ? und nicht zuletzt in dem, was er kocht, was er isst und womit er zu Tisch l?dt. Die bayerische K?che ist jedoch kein reines Zufallsprodukt g?nstiger B?den und milder Sommer. Sie ist vielmehr das essbare Destillat einer jahrtausendealten Kulturgeschichte, in der sich b?uerliche Erdverbundenheit, h?fische Verfeinerung, kl?sterliche Disziplin und volksfestartige Ausgelassenheit zu einer Einheit verbunden haben, die anderswo ihresgleichen sucht. In ihr sedimentieren sich die Einfl?sse b?hmischer Nachbarn und ?sterreichischer Verwandtschaft, die Strenge benediktinischer Klosterk?chen und die ?ppigkeit f?rstbisch?flicher Festtafeln ebenso wie die ungezwungene Gemeinschaft im Wirtshaus. Was dabei entsteht, ist mehr als die Summe seiner Teile: Es ist die tiefe ?berzeugung, dass das Beste aus der Erde kommt, dass es seine Zeit braucht und dass es am sch?nsten in Gemeinschaft genossen wird. Es ist daher auch kein Zufall, dass ausgerechnet Bayern eines der best?ndigsten und meistverkauften Kochb?cher des deutschen Sprachraums hervorgebracht hat. Ein Werk, das nicht etwa ?ber Nacht entstanden ist, sondern das sich ?ber Jahrzehnte hinweg geformt, gewandelt und ?ber Generationen bew?hrt hat. Seine Wurzeln reichen bis vor den Ersten Weltkrieg zur?ck, als ein schmaler Band unter dem etwas sperrigen Titel ?Kochbuch des Bayerischen Vereins f?r wirtschaftliche Frauenschulen auf dem Land? erstmals erschien ? ein Lehrbuch, das jungen Frauen auf dem Land nicht nur einfache Kochtechniken vermitteln, sondern sie in einem tieferen Sinne bilden sollte. Dieser fr?he Schultyp war, wie die Germanistin Dr. Regina Frisch in ihrer wissenschaftlichen Aufarbeitung ?berzeugend herausgearbeitet hat, durchaus als ein Projekt fr?her Emanzipation zu verstehen: Frauenbildung in einer Zeit, in der sie noch keine Selbstverst?ndlichkeit war (Dr. Regina Frisch: Biografie eines Kochbuchs. Das Bayerische Kochbuch erz?hlt Kulturgeschichte. Friedrich Pustet Verlag 2017. ISBN: 978-3-791-72796-7; nun im Verlag K?nigshausen & Neumann (ISBN: 978-3-8260-7509-4) erh?ltlich). Doch es war die 1904 geborene Hauswirtschaftslehrerin Maria Hofmann aus Miesbach, die dem Werk ab der 14. Ausgabe im Jahr 1932 seine heutige Gestalt und seinen heutigen Namen gab ? und damit aus einem zweckgebundenen Schullehrbuch ein Kultbuch der bayerischen K?che machte. Unter seinem neuen Namen ?Bayerisches Kochbuch? (ISBN: 978-3-791-73674-7), das erst k?rzlich in 57. Auflage im Friedrich Pustet Verlag erschienen ist und inzwischen weit mehr als 1,6 Millionen Mal verkauft wurde, hat es sich l?ngst als unverzichtbares Standardwerk der bayerischen K?che etabliert, das bis heute nichts von seiner Relevanz eingeb??t hat. Gegliedert in 18 Kapitel, die zusammen 944 Seiten umfassen, entfaltet das Bayerische Kochbuch eine Breite und Tiefe, die weit ?ber das hinausgeht, was der Titel auf den ersten Blick vermuten l?sst. Bereits das erste Kapitel macht deutlich, dass es sich hier um kein gew?hnliches Rezeptbuch handelt: Bevor die erste Zutat abgewogen wird und es ans Kochen geht, widmet sich das Werk zun?chst grundlegenden Fragen einer gesunden Ern?hrung, der Planung eines sinnvollen Speisezettels, den verschiedenen Garmachungsarten oder der hohen Kunst des richtigen W?rzens. Wer verstehen m?chte, warum ein Gericht gelingt, findet hier die Antworten ? fundiert, verst?ndlich und ohne unn?tigen Aufwand. Das zweite Kapitel nimmt sich anschlie?end den Suppen an ? jenem Grundelement bayerischer Esskultur, das hierzulande nie blo?es Vorspiel, sondern oft Herzst?ck eines Mahls ist. Klare Br?hen, gebundene Suppen und s??e Varianten zeigen dabei, wie vielseitig ein vermeintlich simples Genre sein kann. Es folgt mit dem dritten Kapitel das gro?e Feld der Fleischspeisen ? ein umfassendes Kompendium bayerischer Fleischkunst, das keine Fragen unbeantwortet l?sst und auch der Resteverwertung, jener untersch?tzten Tugend der traditionellen Haushaltsk?che, einen w?rdigen Platz einr?umt. Das vierte Kapitel widmet sich demgegen?ber dem Grillen ? und beweist damit, dass das Bayerische Kochbuch stets mit der Zeit gegangen ist, ohne seine Wurzeln zu verleugnen. Neben gegrilltem Fleisch und Fisch finden sich hier auch diverse Rezepte f?r gegrilltes Obst und Gem?se sowie Toastgerichte, die zeigen, wie selbstverst?ndlich das Werk moderne Kochwelten in sein klassisches Gef?ge integriert. Das kurze, aber handwerklich anspruchsvolle f?nfte Kapitel ?ber Sulzen erinnert wiederum daran, dass die bayerische K?che auch eine K?che der Geduld und Pr?zision ist ? schlie?lich handelt es sich hier um Gerichte, die ihre Zeit brauchen, um ihre Aromen zu entfalten. Mit Kapitel sechs ?ffnet sich das Werk schlie?lich dem Wasser: Fische, Krusten- und Schalentiere ? von der heimischen Forelle bis zum edlen Hummer ? zeugen davon, dass die bayerische K?che keineswegs auf Schmalz und Schweinebraten beschr?nkt ist, sondern eine bemerkenswerte Bandbreite besitzt. Das siebte und achte Kapitel vertiefen diesen Eindruck nochmals: Eint?pfe in allen Varianten ? mit Fleisch, mit Fisch und fleischlos ? sowie ein eigenes Kapitel f?r vegetarische Gerichte, das Eier- und K?sespeisen ebenso umfasst wie Hauptgerichte aus N?hrmitteln und Teigwaren, machen deutlich, dass das Werk l?ngst auf der H?he zeitgem??er Ern?hrungsvorstellungen angekommen ist. Gem?se, Salate und Beilagen aller Art bilden wiederum den Mittelpunkt der Kapitel neun, zehn und elf. Wer glaubt, hier blo?e Randnotizen zu finden, wird jedoch angenehm ?berrascht: Denn die Vielfalt an Kartoffelgerichten allein k?nnte einen eigenen Band f?llen, und die Saucen des zw?lften Kapitels werden mit jener Sorgfalt behandelt, die diesem oft untersch?tzten Element guter K?che geb?hrt. Das dreizehnte Kapitel entf?hrt die Leser wiederum in die Welt der S??speisen ? von warmen Mehlspeisen ?ber Kompotte und Kaltschalen bis hin zu Cremes und Eisspeisen ? und beweist dabei, dass die bayerische Konditorkunst an Finesse kaum zu ?berbieten ist. Die Kapitel vierzehn und f?nfzehn sind demgegen?ber dem Backwerk gewidmet: Hefeteig, Schmalzgeb?ck, M?rbteig, Biskuit und Torten auf der einen Seite, Kleingeb?ck und Weihnachtsgeb?ck auf der anderen Seite ? ein Fest f?r alle, die im Backen nicht nur eine Technik, sondern eine Form des Ausdrucks sehen. Kapitel sechzehn widmet sich anschlie?end den Getr?nken, von Aufgussgetr?nken ?ber Milchmischgetr?nke bis hin zu alkoholischen Getr?nken, bevor Kapitel siebzehn mit allerlei Verschiedenem aufwartet, das sich keiner der zuvor genannten Kategorien f?gen wollte ? und gerade darin seinen eigenen Reiz entfaltet. Den Abschluss bildet das achtzehnte Kapitel, das der Krankenkost gewidmet ist und in seiner ganzen Ausf?hrlichkeit ? von allgemeiner Schonkost ?ber Di?ten bei Diabetes, Gicht und Herzerkrankungen bis hin zu speziellen Krankenkostrezepten ? eindrucksvoll belegt, dass das Bayerische Kochbuch stets auch ein Buch der Verantwortung war: Verantwortung gegen?ber denen, die am Tisch sitzen, und gegen?ber dem, was Kochen im tiefsten Sinne bedeutet. Eine umfangreiche N?hrwerttabelle sowie mehrere alphabetische Register, darunter ein eigenes f?r Krankenkost, runden das Werk ab und machen es zu dem, was es seit neun Jahrzehnten ist: einem verl?sslichen Begleiter f?r jede K?che und jede Lebenslage mit ?ber 1.700 Rezepten, die das gesamte Spektrum bayerischer Kochkunst abdecken: von den fein abgestimmten Zutaten f?r goldbraune Pfannkuchen ?ber die Zubereitung von edlem Hummer bis hin zum traditionellen Schweinebraten. Das im Friedrich Pustet Verlag erschienene ?Bayerische Kochbuch? ist eines jener seltenen Werke, die ihren Anspruch nicht erst beweisen m?ssen ? sie haben es l?ngst getan, ?ber Generationen, in unz?hligen K?chen und an ebenso vielen Tischen. Was die vorliegende 57. Auflage auszeichnet, ist die Leichtigkeit, mit der sie ihr umfangreiches Wissen vermittelt: Die einzelnen Rezepte sind klar und pr?zise formuliert, folgen einer durchdachten Schritt-f?r-Schritt-Anleitung und lassen dabei weder Anf?nger noch erfahrene K?chinnen und K?che im Stich. Man sp?rt auf jeder Seite, dass hier nicht blo? Rezepte gesammelt, sondern Kochwissen in seiner reinsten Form mit echter Sorgfalt weitergegeben wurde ? in einer Sprache, die erkl?rt, ohne zu bevormunden, und die anleitet, ohne die Freude am eigenen Ausprobieren zu nehmen. Wer dieses Werk in die Hand nimmt, h?lt nicht nur ein Kochbuch, sondern ein St?ck bayerischer Kulturgeschichte ? und einen Begleiter, der einem, einmal aufgeschlagen, so schnell nicht mehr losl?sst.

Wer schon einmal im fr?hen Morgenlicht ?ber den Tegernsee geblickt, den Duft von Almwiesen und Kiefernw?ldern eingeatmet und den ersten Schluck dunklen Bieres in einem alten Wirtshaus gekostet hat, der begreift, dass sich hier etwas Seltenes ereignet: Eine Landschaft und Lebensart, die derart unaufl?slich ineinander gewachsen ist, dass das eine ohne das andere schlicht undenkbar w?re.

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Bayern ist ein Land, das zwischen dem tiefblauen Spiegel des Chiemsees und den majest?tischen Gipfeln der Alpen eine eigene Welt geformt hat ? eine Welt, in der der Schnee der Zugspitze und das goldene Licht ?ber den Rapsfeldern des Donautals nicht blo? Kulisse sind, sondern Charakter. Hier hat die Natur mit einer Gro?z?gigkeit gewirkt, die den Menschen nicht unber?hrt lassen konnte: Sie hat ihn geformt und mit einer Beharrlichkeit ausgestattet, die sich in seiner Bauweise ebenso offenbart wie in seiner Musik, in seiner Sprache und seinen Traditionen ? und nicht zuletzt in dem, was er kocht, was er isst und womit er zu Tisch l?dt. Die bayerische K?che ist jedoch kein reines Zufallsprodukt g?nstiger B?den und milder Sommer. Sie ist vielmehr das essbare Destillat einer jahrtausendealten Kulturgeschichte, in der sich b?uerliche Erdverbundenheit, h?fische Verfeinerung, kl?sterliche Disziplin und volksfestartige Ausgelassenheit zu einer Einheit verbunden haben, die anderswo ihresgleichen sucht. In ihr sedimentieren sich die Einfl?sse b?hmischer Nachbarn und ?sterreichischer Verwandtschaft, die Strenge benediktinischer Klosterk?chen und die ?ppigkeit f?rstbisch?flicher Festtafeln ebenso wie die ungezwungene Gemeinschaft im Wirtshaus. Was dabei entsteht, ist mehr als die Summe seiner Teile: Es ist die tiefe ?berzeugung, dass das Beste aus der Erde kommt, dass es seine Zeit braucht und dass es am sch?nsten in Gemeinschaft genossen wird.

Es ist daher auch kein Zufall, dass ausgerechnet Bayern eines der best?ndigsten und meistverkauften Kochb?cher des deutschen Sprachraums hervorgebracht hat. Ein Werk, das nicht etwa ?ber Nacht entstanden ist, sondern das sich ?ber Jahrzehnte hinweg geformt, gewandelt und ?ber Generationen bew?hrt hat. Seine Wurzeln reichen bis vor den Ersten Weltkrieg zur?ck, als ein schmaler Band unter dem etwas sperrigen Titel ?Kochbuch des Bayerischen Vereins f?r wirtschaftliche Frauenschulen auf dem Land? erstmals erschien ? ein Lehrbuch, das jungen Frauen auf dem Land nicht nur einfache Kochtechniken vermitteln, sondern sie in einem tieferen Sinne bilden sollte. Dieser fr?he Schultyp war, wie die Germanistin Dr. Regina Frisch in ihrer wissenschaftlichen Aufarbeitung ?berzeugend herausgearbeitet hat, durchaus als ein Projekt fr?her Emanzipation zu verstehen: Frauenbildung in einer Zeit, in der sie noch keine Selbstverst?ndlichkeit war (Dr. Regina Frisch: Biografie eines Kochbuchs. Das Bayerische Kochbuch erz?hlt Kulturgeschichte. Friedrich Pustet Verlag 2017. ISBN: 978-3-791-72796-7; nun im Verlag K?nigshausen & Neumann (ISBN: 978-3-8260-7509-4) erh?ltlich). Doch es war die 1904 geborene Hauswirtschaftslehrerin Maria Hofmann aus Miesbach, die dem Werk ab der 14. Ausgabe im Jahr 1932 seine heutige Gestalt und seinen heutigen Namen gab ? und damit aus einem zweckgebundenen Schullehrbuch ein Kultbuch der bayerischen K?che machte. Unter seinem neuen Namen ?Bayerisches Kochbuch? (ISBN: 978-3-791-73674-7), das erst k?rzlich in 57. Auflage im Friedrich Pustet Verlag erschienen ist und inzwischen weit mehr als 1,6 Millionen Mal verkauft wurde, hat es sich l?ngst als unverzichtbares Standardwerk der bayerischen K?che etabliert, das bis heute nichts von seiner Relevanz eingeb??t hat. Gegliedert in 18 Kapitel, die zusammen 944 Seiten umfassen, entfaltet das Bayerische Kochbuch eine Breite und Tiefe, die weit ?ber das hinausgeht, was der Titel auf den ersten Blick vermuten l?sst. Bereits das erste Kapitel macht deutlich, dass es sich hier um kein gew?hnliches Rezeptbuch handelt: Bevor die erste Zutat abgewogen wird und es ans Kochen geht, widmet sich das Werk zun?chst grundlegenden Fragen einer gesunden Ern?hrung, der Planung eines sinnvollen Speisezettels, den verschiedenen Garmachungsarten oder der hohen Kunst des richtigen W?rzens. Wer verstehen m?chte, warum ein Gericht gelingt, findet hier die Antworten ? fundiert, verst?ndlich und ohne unn?tigen Aufwand. Das zweite Kapitel nimmt sich anschlie?end den Suppen an ? jenem Grundelement bayerischer Esskultur, das hierzulande nie blo?es Vorspiel, sondern oft Herzst?ck eines Mahls ist. Klare Br?hen, gebundene Suppen und s??e Varianten zeigen dabei, wie vielseitig ein vermeintlich simples Genre sein kann. Es folgt mit dem dritten Kapitel das gro?e Feld der Fleischspeisen ? ein umfassendes Kompendium bayerischer Fleischkunst, das keine Fragen unbeantwortet l?sst und auch der Resteverwertung, jener untersch?tzten Tugend der traditionellen Haushaltsk?che, einen w?rdigen Platz einr?umt. Das vierte Kapitel widmet sich demgegen?ber dem Grillen ? und beweist damit, dass das Bayerische Kochbuch stets mit der Zeit gegangen ist, ohne seine Wurzeln zu verleugnen. Neben gegrilltem Fleisch und Fisch finden sich hier auch diverse Rezepte f?r gegrilltes Obst und Gem?se sowie Toastgerichte, die zeigen, wie selbstverst?ndlich das Werk moderne Kochwelten in sein klassisches Gef?ge integriert. Das kurze, aber handwerklich anspruchsvolle f?nfte Kapitel ?ber Sulzen erinnert wiederum daran, dass die bayerische K?che auch eine K?che der Geduld und Pr?zision ist ? schlie?lich handelt es sich hier um Gerichte, die ihre Zeit brauchen, um ihre Aromen zu entfalten. Mit Kapitel sechs ?ffnet sich das Werk schlie?lich dem Wasser: Fische, Krusten- und Schalentiere ? von der heimischen Forelle bis zum edlen Hummer ? zeugen davon, dass die bayerische K?che keineswegs auf Schmalz und Schweinebraten beschr?nkt ist, sondern eine bemerkenswerte Bandbreite besitzt. Das siebte und achte Kapitel vertiefen diesen Eindruck nochmals: Eint?pfe in allen Varianten ? mit Fleisch, mit Fisch und fleischlos ? sowie ein eigenes Kapitel f?r vegetarische Gerichte, das Eier- und K?sespeisen ebenso umfasst wie Hauptgerichte aus N?hrmitteln und Teigwaren, machen deutlich, dass das Werk l?ngst auf der H?he zeitgem??er Ern?hrungsvorstellungen angekommen ist. Gem?se, Salate und Beilagen aller Art bilden wiederum den Mittelpunkt der Kapitel neun, zehn und elf. Wer glaubt, hier blo?e Randnotizen zu finden, wird jedoch angenehm ?berrascht: Denn die Vielfalt an Kartoffelgerichten allein k?nnte einen eigenen Band f?llen, und die Saucen des zw?lften Kapitels werden mit jener Sorgfalt behandelt, die diesem oft untersch?tzten Element guter K?che geb?hrt. Das dreizehnte Kapitel entf?hrt die Leser wiederum in die Welt der S??speisen ? von warmen Mehlspeisen ?ber Kompotte und Kaltschalen bis hin zu Cremes und Eisspeisen ? und beweist dabei, dass die bayerische Konditorkunst an Finesse kaum zu ?berbieten ist. Die Kapitel vierzehn und f?nfzehn sind demgegen?ber dem Backwerk gewidmet: Hefeteig, Schmalzgeb?ck, M?rbteig, Biskuit und Torten auf der einen Seite, Kleingeb?ck und Weihnachtsgeb?ck auf der anderen Seite ? ein Fest f?r alle, die im Backen nicht nur eine Technik, sondern eine Form des Ausdrucks sehen. Kapitel sechzehn widmet sich anschlie?end den Getr?nken, von Aufgussgetr?nken ?ber Milchmischgetr?nke bis hin zu alkoholischen Getr?nken, bevor Kapitel siebzehn mit allerlei Verschiedenem aufwartet, das sich keiner der zuvor genannten Kategorien f?gen wollte ? und gerade darin seinen eigenen Reiz entfaltet. Den Abschluss bildet das achtzehnte Kapitel, das der Krankenkost gewidmet ist und in seiner ganzen Ausf?hrlichkeit ? von allgemeiner Schonkost ?ber Di?ten bei Diabetes, Gicht und Herzerkrankungen bis hin zu speziellen Krankenkostrezepten ? eindrucksvoll belegt, dass das Bayerische Kochbuch stets auch ein Buch der Verantwortung war: Verantwortung gegen?ber denen, die am Tisch sitzen, und gegen?ber dem, was Kochen im tiefsten Sinne bedeutet. Eine umfangreiche N?hrwerttabelle sowie mehrere alphabetische Register, darunter ein eigenes f?r Krankenkost, runden das Werk ab und machen es zu dem, was es seit neun Jahrzehnten ist: einem verl?sslichen Begleiter f?r jede K?che und jede Lebenslage mit ?ber 1.700 Rezepten, die das gesamte Spektrum bayerischer Kochkunst abdecken: von den fein abgestimmten Zutaten f?r goldbraune Pfannkuchen ?ber die Zubereitung von edlem Hummer bis hin zum traditionellen Schweinebraten.

Das im Friedrich Pustet Verlag erschienene ?Bayerische Kochbuch? ist eines jener seltenen Werke, die ihren Anspruch nicht erst beweisen m?ssen ? sie haben es l?ngst getan, ?ber Generationen, in unz?hligen K?chen und an ebenso vielen Tischen. Was die vorliegende 57. Auflage auszeichnet, ist die Leichtigkeit, mit der sie ihr umfangreiches Wissen vermittelt: Die einzelnen Rezepte sind klar und pr?zise formuliert, folgen einer durchdachten Schritt-f?r-Schritt-Anleitung und lassen dabei weder Anf?nger noch erfahrene K?chinnen und K?che im Stich. Man sp?rt auf jeder Seite, dass hier nicht blo? Rezepte gesammelt, sondern Kochwissen in seiner reinsten Form mit echter Sorgfalt weitergegeben wurde ? in einer Sprache, die erkl?rt, ohne zu bevormunden, und die anleitet, ohne die Freude am eigenen Ausprobieren zu nehmen. Wer dieses Werk in die Hand nimmt, h?lt nicht nur ein Kochbuch, sondern ein St?ck bayerischer Kulturgeschichte ? und einen Begleiter, der einem, einmal aufgeschlagen, so schnell nicht mehr losl?sst.

geschrieben am 31.07.2026 | 1322 Wörter | 8101 Zeichen

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